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KREUZLINGEN: Polen schickt zwei Gottesdiener

Die drei über 90-jährigen Patres sowie Pfarrer Josef Gander erhalten im Priesterhaus Bernrain zwei jüngere Ordensbrüder: Pater Jan und Pater Marek arbeiten als Seelsorger in der katholischen Kirchgemeinde.
Annina Flaig
Die zwei Neuen im Priesterhaus Bernrain: Jan Walentek und Marek Kluk. (Bild: Reto Martin)

Die zwei Neuen im Priesterhaus Bernrain: Jan Walentek und Marek Kluk. (Bild: Reto Martin)

Annina Flaig

annina.flaig

@thurgauerzeitung.ch

Die Patres schreiten lautlos durch die Gänge. Im Priesterhaus Bernrain sind überall Teppiche ausgelegt. An den oft begangenen Stellen sind sie derart abgenutzt, dass die untere Schicht hervorlugt. Das Haus der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen ist rund 90 Jahre alt – so wie auch die meisten Patres, die darin leben. Der 73-jährige Pfarrer Josef Gander war lange Zeit der jüngste der vier Verbliebenen. In der Schweiz gibt es laut Gander keine jüngeren Mitglieder dieser Ordensgemeinschaft. Dennoch findet in der kleinen Gemeinschaft nun eine Verjüngung statt: Jan Walentek und Marek Kluk sind eingezogen. Die beiden 53- und 46-jährigen gebürtigen Polen stellen sich, wie in ihrer Heimat üblich, mit Vornamen vor. In Kreuzlingen werden sie von allen kurzerhand Pater Jan und Pater Marek genannt.

Pater Jan: Je zur Hälfte in beiden Pfarreien angestellt

«Ich freue mich, dass wir hier neue Redemptoristen aufnehmen durften», sagt Pfarrer Josef Gander. Pater Jan ist seit Oktober als Kaplan je zur Hälfte in den beiden Pfarreien St. Stefan und St. Ulrich angestellt. Pater Jan, der zuvor zwölf Jahre lang als Kaplan und Pfarrer im österreichischen Oberpullendorf tätig war, erzählt in einwandfreiem Deutsch, wie er vom Provinzial der Pol­nischen Redemptoristen nach Kreuzlingen geschickt wurde. Wie alle Ordensleute hat auch er die Gelübde der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams abgelegt. «Ein Befehl war es aber nicht», stellt er klar. Er sei angefragt worden und habe die Herausforderung gerne angenommen. Angesprochen auf die bescheidenen Verhältnisse im Priesterhaus sagt er: «Für mich zählt die Gemeinschaft und nicht, ob ich ein grosses Zimmer oder ein schönes Haus habe.»

Er sei in Kreuzlingen herzlich aufgenommen worden und freue sich, immer mehr Menschen kennen zu lernen, sei es an Veranstaltungen der Kirchgemeinde oder nach den Gottesdiensten. Dass diese in der Schweiz wie auch in Österreich oft schlecht besucht sind, daran hat er sich zuerst gewöhnen müssen. «In Polen werden teilweise vier bis fünf Gottesdienste am gleichen Tag gefeiert, da sonst die Kirchen überfüllt sind.» Diesen Unterschied kennt auch Padre Marek, wie die Italiener ihn nennen. Er hat im Januar die Nachfolge von Don Francesco Diodati in der italienischsprachigen Mission Kreuzlingen-Arbon-Romanshorn angetreten.

In Polen gibt es mehr Pfarrer als Stellen

Erstmals ist ein polnischstämmiger Priester in der italienischen Mission tätig. Laut Gander ist es aber naheliegend, da es in Polen, anders als vielerorts, bis heute mehr Pfarrer als Pfarrstellen gibt. «Die Italiener sind offenherzig und froh, dass wieder jemand gekommen ist», freut sich Padre Marek. Er hat in Verona in Italien Theologie studiert. Deshalb spricht er sehr gut Italienisch. Danach war er in verschiedenen Leitungsaufgaben in Polen tätig. Nun wohnt er im Priesterhaus und lernt beim Zmittag mit den anderen Deutsch. Er erzählt mit einer solchen Selbstverständlichkeit davon, wie er dem Ruf Gottes nach Bernrain gefolgt ist, dass man leicht vergessen könnte, welch Herausforderung für ihn das Leben in der völlig fremden Schweiz und die Leitung der italienischen Gottesdienste an sieben verschiedenen Orten von Arbon bis Kreuzlingen darstellen.

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