KREUZLINGEN: Plaudern wie in Paris oder London

Das Café Out of Bounds hatte keine Kapazität mehr für das Französische und Englische Sprachcafé. Trotzdem werden diese weitergeführt – im Coop-Restaurant Karussell.

Viola Stäheli
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Die Teilnehmer des Französischen Sprachcafés fühlen sich im Coop-Restaurant wohl. (Bild: Inka Grabowsky)

Die Teilnehmer des Französischen Sprachcafés fühlen sich im Coop-Restaurant wohl. (Bild: Inka Grabowsky)

Viola Stäheli

viola.staeheli@thurgauerzeitung.ch

«Bonsoir, comment ça va?» Gesprochen wird diesen Donnerstagabend nur noch Französisch –auch wenn man sich nicht in Paris, sondern im Coop-Restaurant Karussell in Kreuzlingen befindet. Hier treffen sich in den ungeraden Wochen Leute mit einem Faible für die französische Sprache zu einem Kaffee. Es ist die Fortsetzung des Französischen Sprachcafés, das Verena Dadis ­initiiert hat. «Die Idee entstand, als das Café Out of Bounds in Kreuzlingen eröffnet wurde», erzählt Dadis. Das Café ist eine Einrichtung der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Father’s House und seit Beginn als ein ­Begegnungsort konzipiert. Um solche Begegnungen zu ermöglichen, machte die damalige Leitung des Cafés einen Aufruf für Sprachcafés. «Als ich davon las, schlug ich vor, ein Französisches Café zu organisieren», sagt Dadis. Es ging nicht lange und eine wachsende Gruppe traf sich regelmässig im «Out of Bounds» und sprach Französisch.

Als Madeleine Haller vom Französisch-Café erfuhr, meldete sie sich für die Organisation eines Englisch-Cafés. Seit 2014 findet deshalb am Donnerstagabend von 18 bis 19 Uhr in den ­geraden Wochen ein Englisches und in den ungeraden Wochen ein Französisches Café statt.

Vor kurzem standen aber beide auf der Kippe: Nach der langen Zusammenarbeit der Sprach­cafés mit dem «Out of Bounds» steht bei diesem eine Umstrukturierung an. Die Verantwortliche Jessica Spiegel gibt an, dass im «Out of Bounds» derzeit die Kapazität für die Cafés nicht mehr gegeben ist. «Die Teilnehmer haben sich nach dieser Bekannt­gabe für eine Fortführung des Englisch-Cafés starkgemacht», sagt Madeleine Haller. Also sah sie sich nach einem Alternativort um – und wurde im Coop-Restaurant Karussell fündig.

Initiantinnen freuen sich über die Weiterführung

Das Gleiche geschah mit dem Französischen Café. «Am Anfang waren wir überrascht, dass wir uns nicht mehr im ‹Out of Bounds› treffen konnten», sagte Dadis. Doch in der Zwischenzeit haben sich die Teilnehmer an den neuen Standort gewöhnt und seine Vorteile schätzen gelernt: «Die Akustik ist sehr gut, ausserdem ist es am Abend ruhig», sagt Dadis. Beide Initiantinnen freuen sich über die Weiterführung. Die Idee hinter den Sprachcafés ist noch immer die gleiche: Man soll Spass haben an der Fremdsprache, neue Leute kennen lernen und ganz nebenbei die eigenen Sprachkenntnisse anwenden, auffrischen und ausbauen. «Jeder ist eingeladen, am Gespräch teilzunehmen, egal, welche Vorkenntnisse er besitzt», sagt Madeleine Haller. Es braucht keine Anmeldung, die Sprachcafés sind unverbindlich und kostenlos. Mit einem Rückgang der Teilnehmer haben beide Cafés trotz des Umzugs nicht zu kämpfen: «Auf der Liste für das Englische Sprach­café sind rund 30 Leute, die mehr oder weniger regelmässig kommen», sagt Haller.

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