KREUZLINGEN: Pilotversuch im «Kult-X»

Eine Arbeitsgruppe erstellt ein Nutzungskonzept für das Kulturzentrum im Schiesser-Areal. In den zwei Räumen, die im Sommer frei wurden, gibt es parallel dazu erste Veranstaltungen.

Urs Brüschweiler
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Vier der sieben Mitglieder der Arbeitsgruppe in einem der Räume, wo "Kult-X" zum Leben erweckt werden soll: Benjamin Knaus, Valentin Huber, Christine Forster und Simon Hungerbühler. (Bild: Reto Martin)

Vier der sieben Mitglieder der Arbeitsgruppe in einem der Räume, wo "Kult-X" zum Leben erweckt werden soll: Benjamin Knaus, Valentin Huber, Christine Forster und Simon Hungerbühler. (Bild: Reto Martin)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Es geht etwas im lange erwarteten Kulturzentrum im Schiesser-Areal. Die Internationale Schule Kreuzlingen-Konstanz ist mittlerweile aus- und in den neuen Talent-Campus an der Seestrasse umgezogen. Um die beiden nun leeren Räume in der ehemaligen Fabrik an der Hafenstrasse wieder mit Leben zu füllen, hat der Stadtrat im Sommer eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese hat zwei konkrete Aufgaben: Die Entwicklung eines Nutzungskonzepts für das Kulturzentrum, und parallel soll sie auch im Sinne einer Pilotphase Veranstalter motivieren, erste Anlässe durchzuführen.

Ein Ort, der Identität stiftet

«Es soll hier etwas wachsen können», sagt die zuständige Stadträtin Dorena Raggenbass. Beim zweiten Kreuzlinger Kulturforum am vergangenen Samstag seien sich die Interessengruppen einig gewesen, dass die Stadt ein solches Zentrum brauche. «Es gibt in der Stadt keinen Mangel an Kultur. Und es muss auch nicht alles in einem Zentrum statt­finden. Aber es soll ein Ort werden, wo man weiss: Hier findet Kultur statt.» Es soll auch ein Identifikationsort für Kreuzlingen werden. Die Arbeitsgruppe habe nun die Aufgabe, zu zeigen, wie so etwas im Schiesser-Areal aussehen könnte.

Die Leitung hat der Stadtrat Simon Hungerbühler übertragen. Er ist Kulturvermittler mit eigener Agentur in Winterthur und ist zudem Programmleiter im Theater an der Grenze. Vertreten ist auch Christine Forster, die sich schon 2012 mit der Veranstaltungsreihe «Kultur im Shop» für ein städtisches Kulturzentrum engagierte und im letzten Jahr ein Grob­konzept erarbeitete, das der Arbeitsgruppe nun als Basis dient. Mit dabei sind auch das Theater an der Grenze, das Z88 und der Kunstraum als poten­zielle künftige Nutzer und Veranstalter ­sowie Valentin Huber, Präsident von KiK und Kultling und Mitglied der städtischen Kunst­kommission. Ebenfalls in der Gruppe vertreten wist der städtische Liegenschaftenverwalter Peter Bergsteiner.

«Wir wollen die beiden Räume ab jetzt mit Leben füllen», sagt Simon Hungerbühler. Die Gruppe hat dem Pilotprojekt den Namen «Kult-X» gegeben. Zwei Ver­anstaltungen sind bereits in ­Planung. Das Theater an der Grenze bringt den Güttinger ­Kabarettisten Jan Rutishauser für ein Werkstattgespräch am 24. September. Und der Kunstraum veranstaltet am 19. Oktober eine Publikationspräsentation mit Christa Ziegler.

«Wir wollen jetzt Erfahrungen sammeln mit dieser Situation vor Ort», erklärt Simon Hunger­bühler. Was ist möglich in den Räumen? Wo will man hin? Wer will sich hier betätigen? Neben dem Ausprobieren hat die Ar­beits­gruppe, der als organisatorischer Unterbau ein Verein zu Grunde liegt, einen klaren Leistungsauftrag mit der Stadt. «Bis nächsten Frühling müssen wir ein Konzept abliefern.»

Rudimentäre Infrastruktur

Was möglich ist in den Räumen, hängt auch stark mit der Infrastruktur zusammen. «Im Moment gibt es quasi noch gar keine», sagt Hungerbühler. Grosse Umbauten sind derzeit aber auch nicht vorgesehen. Rund 70 000 Franken stehen für den Pilotversuch im Budget 2018 der Stadt Kreuz­lingen, das Anfang Oktober vom Gemeinderat beraten wird. Ein grosser Teil des Budgets bestehe jedoch aus der Querverrechnung der entgangenen Mieteinnahmen der Stadt. Bei den Massnahmen, über die man derzeit in Zusammenarbeit mit der städtischen Liegenschaftenverwaltung diskutiert, gehe es um Dinge wie die Beschilderung, Wasseranschlüsse, eine Garderobe oder eine Bar und Bistrotische.

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