KREUZLINGEN: Papier und Bleistift verschwinden nicht

Ab kommendem Schuljahr bekommen die Viertklässler ein persönliches Tablet.

Barbara Hettich
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«Um Velofahren zu lernen, brauche ich ein Velo», sagt Ralph Huber, Schulleiter des Primarschulzentrums Bernegg. So ist es auch bei der Informatik. Ab kommendem Schuljahr werden deshalb die Viertklässler der Kreuzlinger Primarschulzentren ein persönliches Tablet als Arbeitsgerät bekommen. Ab der 5. Klasse wird «Medien & Informatik» als Fach im Stundenplan verankert.

Am Montag informierte Huber gemeinsam mit Primarschul-Vizepräsident Markus Blättler über die Einführung des Medien- und Informatikunterrichts an den Kreuzlinger Primarschulen. Natürlich hat auch in Kreuzlingen der Computer längst in den Schulzimmern Einzug gehalten. Seit zehn Jahren befasst man sich in der ICT-Kommission mit dem Thema Informatik an der Schule. Seit neun Jahren werden die Lehrkräfte mit Weiterbildungskursen dafür fit gemacht. Es gibt in allen Schulhäusern eine effiziente Netzwerktechnologie mit WLAN und Grossbildschirmen.

Gesunde Mediennutzung ist ein zentrales Anliegen

Im neuen Lehrplan der Volksschule Thurgau ist der Medien- und Informatikunterricht nun fester Bestandteil, die Anstrengungen an der Kreuzlinger Primarschule werden somit legitimiert. Ein zentrales Anliegen der Medienbildung sei eine gesunde Mediennutzung, sagt Huber. Die Schüler sollen zudem lernen, einfache Problemstellungen zu analysieren, mögliche Lösungsverfahren zu beschreiben und in Programmen umzusetzen.

Trotz Digitalisierung: Papier und Bleistift werden aus dem Unterricht nicht verschwinden, sagt Blättler. Es werde auch künftig geschrieben, ein Zirkel in die Hand genommen oder mit Pinsel und Farbe ein Bild gemalt. Die Informatik soll dort eingesetzt werden, wo es Sinn macht. Beispielsweise beim «Wörter büffeln» habe das individuelle Lernen mit einem intelligenten Programm schon grosse Vorteile: Schüler würden auf ihrem gegenwärtigen Wissensstand abgeholt und somit nicht über- oder unterfordert, das motiviere.

Zu Beginn werden die Schüler ihre Tablets nur in der Schule nutzen dürfen, erklärt Ralph Huber. Nach einem halben Jahr dürfen sie diese dann für die Hausaufgaben mit nach Hause nehmen. Über den sinnvollen Umgang mit dem neuen Arbeitsgerät werde man die Eltern informieren und schulen. Diese sollen für das Arbeitsgerät ihrer Kinder auch ein Depot von 100 Franken hinterlegen.

Barbara Hettich

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch