KREUZLINGEN: Öl im Bodensee

Die Feuerwehr probte den Ernstfall: Bei einer Ölwehrübung mussten die Einsatzkräfte beweisen, dass sie in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahren.

Merken
Drucken
Teilen
Auslöser für die Übung: Der Personenwagen ist in den Tanklastenanhänger verkeilt. (Bild: PD)

Auslöser für die Übung: Der Personenwagen ist in den Tanklastenanhänger verkeilt. (Bild: PD)

Nachgestellt wurde ein Unfall eines Personenwagens mit einem Tanklastenanhänger eines Heizöllieferanten auf einer Brücke, die über den Chogebach führt. Diese Aufgabe sollten am Samstag die Feuerwehrleute aus Kreuzlingen meistern. Nach einer Situationsübersicht stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich der Fahrer noch im Auto befand. Dieser war eingeklemmt, aber ansprechbar. Deswegen wurden zusätzliche Mittel für eine Strassenrettung angefordert. Als weitere Sofortmassnahme versuchten die Feuerwehrleute einzelne Lecks am Tankwagen abzudichten. Die Lage verschlimmerte sich jedoch, als die Anwohner am Chogenbach einen starken Dieselgeruch meldeten. Als dann auch noch beim Bacheinlauf in den Bodensee ein farbiger Teppich auftauchte, löste die Feuerwehr den nationalen Ölalarm aus. Um die Lage unter Kontrolle zu halten, wurden die Hilfskräfte in unterschiedliche Zuständigkeitsbereiche unterteilt: Bereitstellung, Land, See und Umschlag. In der Bereitstellung wurde dafür gesorgt, dass die einrückenden Hilfskräfte erfasst und nach Bedarf den Abschnitten zugeteilt werden konnten. Als Unterstützung trafen Mitglieder der Seeölwehrstützpunkte Steckborn und Romanshorn ein. Der Bereitstellungsraum wurde von den Feuerwehren Ermatingen und Egnach betrieben.

Im Abschnitt Land konnten die Arbeiten weiter fortschreiten: Der eingeklemmte Fahrer wurde aus seiner misslichen Lage befreit und ärztlich versorgt. Über einen abgedichteten Schacht erstellten die Einsatzkräfte mit dem auslaufenden Heizöl einen Kreislauf. So wurde verhindert, dass dieses weiterhin in den Bach gelangte. Zudem wurde eine Spezialfirma aufgeboten, die den lecken Tankwagen leerpumpte.

Im Abschnitt See setzten die Einsatzkräfte Ölsperren ein, um das Ausbreiten des Heizöls zu verhindern. Die Seepolizei richtete indessen im Abschnitt Umschlag den mobilen Ölabscheider ein und nahm diesen in Betrieb. Zusätzlich wurde ein grosses Ausgleichsbecken aufgestellt. Die Ölwehrübung war ein voller Erfolg, die Kommunikation zwischen den Abschnitten funktionierte einwandfrei. Dies ist angesichts von 110 beteiligten Angehörigen der Feuerwehr bemerkenswert. Sie alle sind nun um wertvolle Erfahrungen reicher. (red)