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KREUZLINGEN: Nur noch zur vollen Stunde

Die Katholische und Evangelische Kirchgemeinde reagieren auf drei Lärmklagen. Ab 1. September bis Ende 2018 wird der Viertelstundenschlag von 22 bis 7 Uhr probeweise ausgesetzt.
Nicole D’orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Die einen hören sie nicht, andere orientieren sich daran und wieder andere ärgern sich: Das nächtliche Glockengeläut bewegt die Gemüter. Vom 1. September bis Ende 2018 bleiben die Glocken der drei städtischen Kirchen von 22 bis 7 Uhr zu Viertelstunde stumm. Der Stundenschlag bleibt jedoch. Das Morgenläuten wird von 6 auf 7 Uhr verschoben. Das haben die Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen, die Evangelische Kirchgemeinde sowie die Stadt Kreuzlingen zusammen beschlossen. «Das ist eine Versuchsphase», sagt Roman Surber, Vorsteherschaftsmitglied der Katholischen Kirchgemeinde.

Reagiert wird mit diesen Massnahmen auf drei Lärmklagen, die gegen das Geläut von St. Stefan, St. Ulrich und der evangelischen Stadtkirche eingegangen sind (unsere Zeitung berichtete). Bei den Sitzungen seien die Kläger nicht dabei gewesen, sagt Surber. Deren Forderungen liegen klar auf dem Tisch.

Sich an anderen Gemeinden orientiert

«Wir haben bei der Suche nach Lösungen auf die Rechtssprechung geschaut.» Die offizielle Nachtruhe daure von 22 bis 7 Uhr. So sei es auch in anderen Gemeinden, die mit demselben Thema konfrontiert gewesen sind und bei denen es sogar zu Gerichtsurteilen gekommen ist, gelöst worden. «Es geht hier schlicht um die Einhaltung von Lärmmesswerten.» Laut einer Studie der ETH sei bei Lärmbeeinträchtigungen des Schlafs die Anzahl der Aufwachphasen entscheidend. «Mit nur noch einem statt vier Glockenschlägen pro Stunde kommen wir dem entgegen.» Man wolle so eine aussergerichtliche Lösung erzielen. «Wir wissen aber nicht, wie die Kläger auf diesen Vorschlag reagieren.»

Der katholischen Kirchenvorsteherschaft liege sehr viel am traditionellen Angeben der Uhrzeit mit dem Glockenschlag und an den verschiedenen Geläuten mit religiöser Bedeutung, heisst es in einer Mitteilung. Dementsprechend hat sie nach Lösungen gesucht, ohne wesentliche Abstriche bei den Traditionen zu machen. Aus liturgischer Sicht sei es vertretbar, das Angelusläuten nicht auf 6 Uhr, sondern auf 7 Uhr festzulegen. «Das Angelusläuten, das zum Morgengebet aufruft, findet bislang bei St. Stefan und bei St. Ulrich nicht gleichzeitig statt, und es ist auch nach Jahreszeiten unterschiedlich», ergänzt Surber. Man warte nun ab, wie der Versuch ankommt.

Wegen einer Minderheit Massnahmen vornehmen

Bei der Evangelischen Kirchgemeinde zieht man bei der Versuchsphase mit. Ab 1. September schlägt auch die Stadtkirche nachts nicht mehr im Viertelstundentakt. «Das ist ein Versuch, ohne eine Entscheidung der Kirchgemeindeversammlung können wir nichts fix festlegen», sagt Präsident Thomas Leuch. Seiner Meinung nach hätte man das Morgenläuten um 6 Uhr lassen können. «Es ist schon tragisch, wegen einer absoluten Minderheit müssen wir solche Massnahmen vollziehen.» Denn mit den heutigen Fenstern würde man sich doch schnell an Glockengeläut oder den Zug gewöhnen. «Dessen muss man sich doch bewusst sein, wenn man in die Nähe einer Kirche zügelt.»

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