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KREUZLINGEN: Neuneinhalb Monate

Nach der Rücktrittsankündigung von Stadtpräsident Andreas Netzle vergeht über ein drei viertel Jahr, bis im kommenden Januar sein Nachfolger bestimmt ist.
Urs Brüschweiler
Die Schweizer Jassfreunde im Schatten des Schlosses (Bild: Mario Testa)

Die Schweizer Jassfreunde im Schatten des Schlosses (Bild: Mario Testa)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Am Morgen des 6. April flatterte die E-Mail ins Postfach. Der Stadtpräsident kündigt seinen Rücktritt per Ende Juli an. «Nach zehn Jahren im Amt habe ich mich entschlossen, das politische Mandat zu beenden und wieder in der Privatwirtschaft tätig zu sein», schreibt Andreas Netzle. Das hatte niemand kommen sehen.Neuneinhalb Monate später, am 21. Januar 2018, wird nun aller Voraussicht nach Stadtschreiber Thomas Niederberger zu Netzles Nachfolger gewählt werden. Die Zeit dazwischen ist geprägt von Verabschiedung und Würdigung, Diskussionen über die lange Vakanz, der Suche nach Kandidaten sowie einem intensiven Wahlkampf.

Nach seiner Rücktrittsankündigung lehnt sich Andreas Netzle keineswegs zurück. In die knapp vier Monate bis zum Ende seiner Amtszeit fallen etwa der Zuschlag für das Rekadorf im Seefeld oder die Aufgleisung einer Allianz der Grenzgemeinden gegen den Einkaufstourismus. Nach seiner offiziellen Verabschiedung an der 1.-August-Feier beginnt Netzle seine neue Stelle als Kommunikationsleiter beim Bauriesen HRS.

Organisation der Vakanz

Die Kreuzlinger Parteien, die mit dem unabhängigen Stadtpräsidenten ohnehin kein sonderlich inniges Verhältnis pflegen, werden auf dem falschen Fuss erwischt. Die Fraktionspräsidenten teilen gar mit, dass sie das politische Verantwortungsgefühl vermissten. Netzle habe ihnen nicht die nötige Zeit gegeben, einen Nachfolger aufzubauen. Der Stadtrat setzt in der Folge in Absprache mit den Parteien die Ersatzwahl auch tatsächlich eher spät an, auf den 26. November. Der zweite Wahlgang soll erst gar im neuen Jahr stattfinden. In der Übergangszeit muss der Stadtrat also zu viert auskommen. Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass übernimmt die Leitung interimistisch. Mit viel zusätzlichem Engagement schafft sie es, gemeinsam mit dem Rest der Exekutive, dass in der Öffentlichkeit kein Gefühl eines Führungsvakuums in der Stadtverwaltung aufkommt.

Derweil bildet sich nach dem Sommer ein grosses Kandidatenfeld. Die CVP schickt Stadtrat Ernst Zülle ins Rennen, die FDP beschliesst, auf Alexander Salzmann zu setzen. Die SVP bringt David Blatter und die SP Edith Wohlfender. Neben den Exponenten mit Parteibuch gesellen sich Jörg Stehrenberger und Stadtschreiber Thomas Niederberger zur Bewerbergruppe.

Wieder gewinnt kein Parteimitglied

Ein intensiv, aber fair geführter Wahlkampf beherrscht den Polit-Herbst. Und Ende November passiert das, was schon bei Andreas Netzle der Fall war: Mit deutlichem Vorsprung gewinnt ein Parteiloser. Thomas Niederberger liegt so weit vorne, dass alle anderen für den zweiten Wahlgang passen. Die spannendste Frage bleibt, ob und welcher Partei Niederberger beitreten wird.

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