KREUZLINGEN: Neue Chance für ein grösseres Bad

Die Erweiterung des «Egelsee» nimmt einen zweiten Anlauf: Schule, Stadt und Kanton präsentieren das Siegerprojekt «Natare». Ende November 2017 soll bereits das Stimmvolk entscheiden.

Nicole D’orazio
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Stadtrat Ernst Zülle (Zweiter von links) zeigt Schulpräsident René Zweifel, Sportamt-Chef Peter Bär und Stadträtin Dorena Raggenbass auf dem Gipsmodell, wo der Hallenbad-Neubau hinkommt. (Bild: Nicole D’Orazio)

Stadtrat Ernst Zülle (Zweiter von links) zeigt Schulpräsident René Zweifel, Sportamt-Chef Peter Bär und Stadträtin Dorena Raggenbass auf dem Gipsmodell, wo der Hallenbad-Neubau hinkommt. (Bild: Nicole D’Orazio)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Das Versprechen wurde eingelöst. «Vor einem Jahr haben wir angekündigt, das Siegerprojekt für eine Erweiterung des ‹Egelsee› zu präsentieren», sagte Schulpräsident René Zweifel am Montag vor den Medienvertretern. Denn nach dem Nein des Stimmvolkes zum 32-Millionen-Projekt im September 2014 – die Attraktivitätssteigerung für 5 Millionen Franken wurde damals hingegen angenommen – habe sich die Ausgangslage für die Sekundarschulgemeinde als Besitzer des Thermalbades nicht geändert. «Es ist 40 Jahre alt und muss saniert werden. Da die Wasserfläche nach der Schliessung des Bades in Münsterlingen noch knapper ist, möchten wir erneut eine Erweiterungsmöglichkeit prüfen.» Die Schule habe dabei die Stadt Kreuzlingen, die Nachbargemeinden sowie den Kanton als Partner angesprochen. «Der Wille zur Unterstützung ist überall vorhanden.» Man verfüge teils schon über mündliche Zusagen.

Auch der Kanton Thurgau meine es mit der Unterstützung ernst. Denn dessen Lehrbecken in der PMS sei ebenfalls sanierungsbedürftig, sagt Zweifel. «Fällt dieses ersatzlos weg, hätten wir noch 50 Prozent der ursprünglichen Wasserfläche in der Region.» Er sei überzeugt, dass es ein gutes und mehrheitsfähiges Projekt sei. «Mit der Erweiterung hätten wir 73 Prozent mehr Wasserfläche zur Verfügung.»

Neun von 24 Bewerbungen ausgesucht

Die Schule und die Stadt haben ein anonymes Verfahren für Planerteams durchgeführt. Eingegangen sind 24 Bewerbungen, davon wurden neun ausgesucht. Das Preisgericht hat sich unter Einbezug von Experten für das Projekt Natare – das bedeutet Schwimmen auf Lateinisch – der Gähler Flühler Architekten aus St. Gallen, der Landschaftsarchitekten Kollektiv Nordost sowie des Bäderspezialisten Hälg & Co. entschieden. «Man hat vier von neun Projekten rechnen lassen», sagt Bauherrenbegleiter Michael Bühler. Der Sieger sei am günstigsten gewesen und das Projekt sei gut durchdacht. «Der Neubau umfasst ein 33 mal 25 Meter Becken und ist kompakt. Er ist an der Oberfläche nicht zu gross, damit das Schulzentrum Egelsee nicht erdrückt wird.» Das meiste wie die Garderoben und Duschen werde im Untergrund verborgen. Das neue und das bestehende Bad werden zudem durch einen schlanken Zwischenbau verbunden. Gebaut werden solle mit Metall, Holz und Beton, was eine sehr ökologische Bauweise sei, sagt Bühler. «Wir erwarten zudem tiefe Betriebskosten.»

Der Neubau kommt an dieselbe Stelle, wo bereits das Projekt von 2014 angedacht war. Das Z88 und der Schulpavillon müssen weichen. «Der Eingang ist ebenfalls von der Hauptstrasse her», sagt Ruedi Wolfender, Leiter des städtischen Departements Gesellschaft. «Das Besondere ist, dass die Schulen und Vereine bei den heutigen Garderoben des ‹Egelsee› einen separaten Eingang mit Badgesystem erhalten.» Das Projekt weise viele kurze Wege auf. Es werde genug Platz für Wartende im Aussenbereich sowie für die Badegäste im Zwischentrakt geben, sagt Wolfender. «Zum Beispiel sind ein Aussenbereich und eine Klein-Cafeteria angedacht.» Der Zwischentrakt bilde zudem eine gute Abgrenzung zwischen den beiden Bädern, auch akustisch. «Das neue Becken wird der Schwimm- und das bestehende zum Familienbereich.»

Kostendach soll im Sommer definiert sein

«Wir werden das Projekt nun überarbeiten und die Kosten ermitteln», sagt Ernst Zülle, Stadtrat Departement Bau. Bis Mitte 2017 wolle man das Kostendach definieren. «Jetzt werden wir mit den Nachbargemeinden das Gespräch suchen und über Beiträge verhandeln.» Vom Kanton habe man die Zusage für rund 4 Millionen Franken. «Die kommen aus zwei Kassen», ergänzt Peter Bär, Chef des kantonalen Sportamtes. «Fast 3 Millionen müssten wir für die Sanierung des PMS-Bades aufwenden. Diese stecken wir stattdessen ins Neubau-Projekt.» Eine Million Franken werde aus dem Sportfonds gesprochen. Mit diesem unterstütze man den Leistungs- und Breitensport.

Der Gemeinderat solle nach den Sommerferien über die Botschaft befinden, sagt Zülle. «Das Volk ist am 26. November 2017 an der Reihe.»

Konkrete Kosten könne man noch keine bekannt geben, sagt Zweifel. «Das wäre nicht seriös.» Als Ziel habe man jedoch definiert, dass das Projekt inklusive der Sanierung des bestehenden Bades 8 bis 10 Millionen Franken weniger kosten soll als das letzte. Das wären 27 bis 29 Millionen Franken. Die Sanierung des alten Bades wird separat geplant.

Die Visualisierung zeigt, wie sich die Architekten bei der Projekteingabe den Eingang zum neuen Hallenbad vorstellen. (Bild: PD)

Die Visualisierung zeigt, wie sich die Architekten bei der Projekteingabe den Eingang zum neuen Hallenbad vorstellen. (Bild: PD)