KREUZLINGEN: Musiker marschieren durch Saal

Das Galakonzert der Jugendmusik lockte am Samstagabend rund 300 Zuhörer in die Dreispitzhalle und bescherte ihnen einen Ohrenschmaus mit lauter kleinen Überraschungen.

Leandra Reiser
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Die 70 Jungmusiker bestritten zusammen ein eineinhalbstündiges Konzert. (Bild: Leandra Reiser)

Die 70 Jungmusiker bestritten zusammen ein eineinhalbstündiges Konzert. (Bild: Leandra Reiser)

Der pompöse Auftakt des Blasorchesters weckte das Publikum wortwörtlich mit Pauken und Trompeten aus ihrem Wochenendschlaf und liess alle Ohren im Saal spitzen. «Extreme Jugendmusik Kreuzlingen» lautete das Motto des diesjährigen Galakonzerts, das am Samstagabend zum zehntenmal stattfand. Während gut eineinhalb Stunden unterhielten die 70 Jungmusiker im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum die rund 300 Zuhörer mit ihrer akustischen Darbietung.

Erinnerungen an Indiana Jones

Den musikalischen Höhepunkt des Abends stellte laut Dirigent Stefan Roth das Selbstwahlstück «Extreme Beethoven» dar. Die Metamorphose aus Beethoven- Stücken von Johan de Meij spielte mit Ernsthaftigkeit und Witz, schnellen Harmoniewechseln, einem urplötzlichen Einmarsch eines halben Dutzend Orchestermitgliedern mitten durch den Saal und sorgte für anhaltende Spannung. Dieses Werk wird das Blasorchester nächstes Jahr am sechsten Welt Jugendmusik Festival in Zürich darbieten, ein wichtiger Wettbewerb, an dem auch die Teens der Jugendmusik Kreuzlingen teilnehmen werden. Im Anschluss an die Verabschiedung der Mitglieder durch Präsident Ciril Schmidiger, die mit 22 Jahren das Höchstalter für das Blasorchester erreicht haben, versetzten die Teens ihre Zuhörer mit rasanter Musik ins Staunen. Mit groovigen, fetzigen Stücken und Filmmusik, die beinahe Indiana Jones hinter dem Vorhang hervorkommen liess, bewies das Blasorchester im Schlussteil seine Vielseitigkeit. Zur zweiten Zugabe rief Stefan Roth Vizedirigent René Messmer auf die Bühne. Mit grossem Applaus krönte das Publikum die eindrückliche Leistung der jungen Virtuosen.

Programm in nur zwei Monaten einstudiert

Das Fazit von Stefan Roth war positiv: «Ich bin immer wieder beeindruckt, wie schnell die Gruppe zusammenwächst und zu was sie fähig ist.» Die Jugendlichen seien extrem konzentriert und fokussiert gewesen – und das bereits seit Wochen während der Proben, die einmal wöchentlich stattfinden. Das anspruchsvolle Programm hätten sie in lediglich zwei Monaten einstudiert. Kein Wunder, hat die Jugendmusik Kreuzlingen nicht nur das schweizweit höchste Niveau, sondern ist auch international an der Spitze dabei. Neben der Teilnahme an der Sendung «Kampf der Orchester» oder am Internationalen Blasorchester Festival in Berlin reisten die Jugendlichen bereits bis nach Singapur. «Ich finde es wichtig, dass die Jungen neue Bekanntschaften machen und sehen, wie es in anderen Orchestern läuft», sagte Roth und fügte an: «Ich wünsche mir, dass es so weitergeht.»

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