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KREUZLINGEN: Mit Marketing und Coworking gegen die Krise

Der Stadtrat will nach den Sportferien drei Massnahmen gegen das Ladensterben umsetzen. Im Gemeinderat wurden die Analyse von «Netzwerk Altstadt» und das politische Vorgehen scharf kritisiert.

In der Diskussion um konkrete Massnahmen gegen die Probleme des Detailhandels sei das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Zentrumsmanagement spürbar, erklärte Stadtrat Thomas Beringer in einer Information an die Gemeinderäte am Donnerstagabend. Dieses solle sich aktiv um die Vermarktung von Kreuzlingen kümmern. In Weinfelden, das wie Kreuzlingen von der Firma «Netzwerk Altstadt» betreut wurde, gebe es bereits eine solche Stelle.

Im November 2017 hat der Stadtrat auf Basis der erarbeiteten Nutzungsstrategie einen Grundsatzentscheid gefällt. An Stelle der von der SP geforderten Zwischennutzungsagentur für die leer stehenden Laden- und Gastroflächen zu beauftragen, soll eine Arbeitsgruppe folgende Massnahmen aus dem Zentrumsmanagement umsetzen: Die Einführung eines Leerstandmelders auf der Homepage der Stadt, die Ansiedlung eines Coworking-Büros und die kontinuierliche Pflege des Dialogs zwischen Gewerbe, Eigentümer und Stadt mit dem Ziel, Kreuzlingen und Kreuzlinger Produkte besser zu vermarkten und ergänzend alternative Möglichkeiten für leer stehende Ladenflächen zu finden. Beringer denkt da an Pop-up-Shops.

Mit der Umsetzung der genannten Massnahmen werde nach den Sportferien gestartet. Mittel- und langfristig sollen weitere Massnahmen wie etwa die Stegverbindung vom See ins Zentrum entwickelt und umgesetzt werden. Stadtrat Beringer betonte: «Entgegen Presseberichten gibt es bei uns kein Ladensterben, Kreuzlingen ist noch nicht gestorben.» Es brauche nur eine klare Vorwärtsstrategie, die Zusammenarbeit aller Beteiligten und etwas Ausdauer.

Die Ideen sind vielen nicht mutig genug

Die Präsentation der Strategie kam im Gemeinderat nicht sonderlich gut an. Die Studie beinhalte nichts als «ungeheure Platitüden», kritisierte Ruedi Herzog, SP. Judith Ricklin, SVP, wollte wissen, wieviel die Studie gekostet hat. Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass nannte den Betrag von 25000 bis 30000 Franken. Kein gutes Haar an der Arbeit von «Netzwerk Altstadt» liess Marc Portmann, FDP. Der Geschäftsführer des Tabakwarenladens betonte: «Der Plan bringt uns in zehn Jahren nicht weiter.» Was in Kreuzlingen fehle, sei die Vielfalt. Um eine solche im Detailhandel zu erreichen, brauche es Grosse. Die Stadt müsse mithelfen, solche anzusiedeln. Dorena Raggenbass hingegen erklärte an die Adresse des Gewerbes, dass dieses sich aktiv einbringen solle, auch in der Projektgruppe, die nun zum Einsatz kommen soll. «Ach, hört doch endlich auf mit diesen Projekt- und Arbeitsgruppen», ärgerte sich Andreas Hebeisen, SP. «Macht endlich etwas!» Auch Michael Stahl, FDP, rief dazu auf, mutigere Ideen auszuprobieren.

Der Stadtrat hat im Frühjahr 2016 eine Nutzungsstrategie bei «Netzwerk Altstadt» in Auftrag gegeben. Bereits im Jahr 2014 hatte die gleiche Firma eine Stadtanalyse und ein Detailhandelsgutachten, an dem sich der Gewerbeverein beteiligte, erstellt. Am Strategieprozess beteiligt wurden die Liegenschaftsbesitzer und die Gewerbetreibenden sowie Gastronomen im Stadtzentrum.

Mittels Umfragen und Workshops wurden sie um ihre Inputs gebeten, um aus der Nutzungsstrategie geeignete Massnahmen ableiten zu können. Dabei ging es um die Frage, wie das Kreuzlinger Zentrum weiterhin als Detailhandelszentrum und Begegnungsort bestehen kann und was konkret unternommen werden muss, um dies sicherzustellen. Denn zu erwarten sind weitere Herausforderungen, nicht nur wegen der Nähe zu Konstanz, sondern auch aufgrund des allgemeinen Wandels der Einkaufsgewohnheiten, etwa dem Online-handel.

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@

thurgauerzeitung.ch

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