KREUZLINGEN: Mit dem Raumschiff durchs All

Das Planetarium in Kreuzlingen hat aufgerüstet: Nach einer viermonatigen Umbau- und Installationszeit ist die neue Fulldome-Technik einsatzbereit. Das hochmoderne Projekt hat 700 000 Franken gekostet.

Nicole D'orazio
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Freuen sich über die neue Installation: Gerhart Lehmann, Vorsitzender der Betriebskommission, der Kreuzlinger Stadtpräsident Andreas Netzle, Rainer Sigrist, Präsident des Stiftungsrates Planetarium und Sternwarte, und Bruno Leitz, Präsident der Astronomischen Vereinigung Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Freuen sich über die neue Installation: Gerhart Lehmann, Vorsitzender der Betriebskommission, der Kreuzlinger Stadtpräsident Andreas Netzle, Rainer Sigrist, Präsident des Stiftungsrates Planetarium und Sternwarte, und Bruno Leitz, Präsident der Astronomischen Vereinigung Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Die Sonne geht unter, die Sterne und Planeten kommen langsam zum Vorschein. Auch der Mond geht auf und kann von Nahem betrachtet werden. Man wähnt sich in einem Raumschiff, mit dem man durchs All fliegt und auf die Erde zurückblickt. Bruno Leitz, Präsident der Astronomischen Vereinigung Kreuzlingen, ist stolz auf die neue Fulldome-Technik im Planetarium. «Diese ermöglicht ein ganz neues Erlebnis», sagt er an der Pressekonferenz am Dienstag.

Für Gerhart Lehmann, Vorsitzender der Betriebskommission, ist es ein denkwürdiger Moment. «Vor 20 Jahren habe ich als Stadtrat eine Anschubfinanzierung für das Planetarium bekanntgeben dürfen, heute präsentieren wir diese hochmoderne Fulldome-Technik», sagt er. Vor fünf Jahren habe man erkannt, dass eine Modernisierung des Planetariums unumgänglich sei. Zwei Jahre hat die Evaluations- und Planungsphase gedauert. «Wir haben auf eine hybride Lösung gesetzt. Das heisst, dass der bereits vorhandene Zeiss-Sternenprojektor von zwei Hochleistungsbeamern ergänzt wird.» Als Grundlage hätten vier international ausgeschriebene Angebotsanfragen gedient. Für die Unterbringung von fünf miteinander vernetzten Rechnern inklusive Server musste ein neuer, klimatisierter Raum geschaffen werden.

Viel Eigenleistung der Mitglieder

Lehman ist stolz auf die hohe und freiwillige Eigenleistung der Vereinigungsmitglieder. «Würde man deren Arbeit zusammenzählen, käme man auf einen Wert von über 90 000 Franken», sagt er. Es sei alles reibungslos verlaufen, das freue ihn besonders. «Es gab keinen Knatsch und auch keine Rückschläge.» Auch Leitz freut sich über den Einsatz seiner Kollegen. «Eine Herausforderung war, dass unsere Mitglieder innert kürzester Zeit die Bedienung der Anlage lernen und sich auf die neue Technik einstellen mussten.»

Sponsoren waren grosszügig

Möglich wurde die Investition von 700 000 Franken nur durch Spendengelder. «15 Stiftungen, Firmen und Spender haben uns unterstützt», sagt Rainer Sigrist, Präsident der Stiftung Planetarium und Sternwarte Kreuzlingen. «Die Stadt Kreuzlingen und der Kanton Thurgau sind dabei als Hauptsponsoren aufgetreten. Ohne diese wäre das Projekt nicht möglich gewesen.» Sigrist hofft, dass am kommenden Sonntag, 16 Uhr, viele Besucher zur Wiedereröffnung, die im Rahmen des Museumstags stattfindet, kommen. «Wir zeigen etwas völlig Neues. In der Schweiz kann man das sonst nur im Verkehrshaus in Luzern und im Planetarium Schaffhausen erleben», meint Sigrist.

Leitz verspricht den Besuchern nicht nur spannende astronomische Shows, welche weiterhin den Schwerpunkt bilden, sondern auch neue Inhalte. «Die Technik ermöglicht uns, das Programm umzustrukturieren.»

Ausflug unter Wasser

Gezeigt wird zum Beispiel ein Unterhaltungsprogramm, das die Zuschauer mit in die Tiefen des Ozeans zu einem Zauberriff nimmt. Dieses begeistere nicht nur Kinder, sagt Leitz. «Geplant ist demnächst auch eine Musikshow.» Als Abschluss jedes Programms wird den Zuschauern der aktuelle Abendhimmel erklärt. «Dann können sie draussen gleich nach oben schauen.»