KREUZLINGEN: Mehr für die Öffentlichkeit

In der geplanten Tiefgarage Bärenplatz sollen 60 zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen. Die Stadt zügelt den Dauermieter Pädagogische Hochschule in das neue Parkhaus am Hafenbahnhof.

Martina Eggenberger Lenz
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Neben dem Hafenbahnhof möchte die Stadt Kreuzlingen bis zu 400 Parkplätze bereitstellen. (Bild: Reto Martin)

Neben dem Hafenbahnhof möchte die Stadt Kreuzlingen bis zu 400 Parkplätze bereitstellen. (Bild: Reto Martin)

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch

Die Anzahl der Plätze in der Tiefgarage des Stadthauses auf dem Bärenplatz war im Abstimmungskampf ein viel diskutiertes Thema. Ein Teil der Gegnerschaft reklamierte, dass die vorgesehenen 250 Parkfelder nicht genügen würden, zumal 70 von der Stadt und 80 von der Pädagogischen Hochschule besetzt würden – wenn auch nur tagsüber. Nun schlägt der Stadtrat im Zusammenhang mit dem gerade eben verabschiedeten Parkierungskonzept eine neue Lösung vor. Von den 80 Parkplätzen, welche die Pädagogische Hochschule braucht, werden 60 in das geplante Parkhaus am Hafenbahnhof verlegt. Nur noch die 20 Plätze, die der Kanton der Primarschulgemeinde zur Verfügung stellt, verbleiben beim Bärenplatz. Das bedeutet, dass der Öffentlichkeit permanent 160 Parkfelder zur Verfügung stehen würden.

Zuerst am Hafen, dann in der Stadt

«Wir stehen nach wie vor zu unserer Planung», betont Stadtpräsident Andreas Netzle. Aber die vorgeschlagene Anpassung nütze dem Gewerbe, schade niemandem und schaffe mehr Kapazitäten. Bereits vor eineinhalb Jahren machte der Stadtrat seine Absicht publik, beim Hafenbahnhof ein Parkhaus bauen zu wollen. Ein solches soll gemäss Plan bis zu 400 Parkplätze umfassen und 2021 realisiert werden, ein Jahr nach dem Stadthaus-Parkhaus. «Wir prüfen nun sogar, ob wir das Parkhaus am Hafenbahnhof vorziehen können. Dann bräuchten wir während der Bauzeit für das Stadthaus kein Provisorium», erklärt Andreas Netzle. Das setzt allerdings einen ehrgeizigen Zeitplan voraus, denn vor einem Bau 2019 müssten noch Gemeinderat und Volk Ja sagen. Es geht voraussichtlich um 6 bis 8 Millionen Franken. In der Spezialfinanzierung aus der Parkplatzbewirtschaftung liegen aktuell fast 13 Millionen Franken brach. Die Parkhäuser Hafenbahnhof und Bärenplatz wären die ersten zwei, welche die Stadt selbst betreibt.

Im Konzept aufgeführt ist weiterhin das Parkhaus Seestrasse. In Planung ist auch mindestens eines im Bereich Seezelg, zum Beispiel auf dem Strabag-Areal. Dieses soll die bestehenden und geplanten Freizeitanlagen und das Reka-Dorf bedienen.

Stadtrat gibt Studie zu Verkehrskonzept im Zentrum in Auftrag

Ebenfalls im Zusammenhang mit der Stadthaus-Abstimmung steht die Forderung nach einem Verkehrskonzept im Raum. Namentlich die SP pochte auf ein solches. Stadtrat Ernst Zülle orientierte gestern darüber, dass der Stadtrat eine entsprechende Studie in Auftrag gebe, und zwar möglichst schnell. Darin soll die Frage geklärt werden, wie das Stadthaus an den Boulevard und die Löwenstrasse angebunden werden kann. Insbesondere gehe es auch um die Fussgänger und Velofahrer, für die die Situation mit dem heutigen Bushof nicht ideal ist. Mit Abschluss der Studie will der Stadtrat die versprochene Umgestaltung und Sanierung der Löwenstrasse in Angriff nehmen. Zülle erwähnte, dass die Zahl der Parkplätze nicht verändert werde. Man wolle die Felder aber anders platzieren. Ursprünglich war der Plan, erst Klarheit zur Löwen-Überbauung zu haben und dann die Strasse zu planen. Weil dies nun aber zu lange dauere, mache man es umgekehrt, begründet der Stadtrat das Vorgehen. Aus der verlorenen Abstimmung zur Romanshornerstrasse zieht man die Erkenntnis, dass eine Ausweitung der Begegnungszone nicht mehrheitsfähig wäre. «Es geht eher Richtung Tempo 30.» Zum Thema Romanshornerstrasse findet Mitte April ein Gespräch mit Vertretern des Kantons statt. Im Idealfall könne ein überarbeitetes Projekt 2019 umgesetzt werden. Zülle verspricht, dass sowohl der Gemeinderat wie auch das Volk noch einmal befragt würden. Auf der Agenda des Stadtrates steht weiter eine optische Aufwertung des Hauptzolls, allerdings mit geringem finanziellen Aufwand. Immer noch ein Thema ist die Einführung eines Parkleitsystems. (meg)