KREUZLINGEN: Lustvolle und lehrreiche Lesung

Die szenische Lesung aus Briefen aus Zeiten von Graf Zeppelin kam an. 100 Jahre nach dem Tod des einstigen Bewohners von Schloss Girsberg konnte das Publikum auf amüsante Weise in alte Zeiten eintauchen.

Desirée Müller
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Szene der Proben zur Lesung mit Michaela Bauer und Frédéric Bolli auf der Bühne der Kulturscheune von Schloss Girsberg. (Bild: Donato Caspari)

Szene der Proben zur Lesung mit Michaela Bauer und Frédéric Bolli auf der Bühne der Kulturscheune von Schloss Girsberg. (Bild: Donato Caspari)

Zum fünften Mal machen Michaela Bauer und Frédéric Bolli kehrt und treten wieder auf die Bühne. Ihr Publikum feiert sie mit tosendem Applaus. Die Schauspielerin und der Musiker schlüpften in die Rollen von Dienstmädchen Pauline und Butler Jérôme, welche an ihrem ersten Arbeitstag auf Schloss Girsberg im Dachboden für Ordnung sorgen sollten. Dabei stossen die neugierigen Bediensteten auf Briefe von Eugenie, der Schwester von Ferdinand von Zeppelin, an ihren Vater Friedrich und ihren Verehrer und späteren Mann Wilhelm von Gemmingen. Das Aufräumen wird schnell vergessen und die beiden tauchen in die Welt der Familienanekdoten des Begründers des Starrluftschiffbaus ein. «Geplant war eine Lesung von Michaela Bauer aus unserer Sammlung an Briefen», erklärt Schlossherr Kurt Schmid-Andrist. «Ich wollte die Sache etwas lebendiger gestalten und holte Frédéric an Bord», erzählt die Schauspielerin.

Wo der Luftfahrtpionier aufgewachsen ist

Michaela Bauer und Frédéric Bolli schafften es, die Geschichte des Schlosses auf unterhaltsame Weise zu vermitteln. Während der szenischen Lesung standen die Persönlichkeiten, die mit der Geschichte von Schloss Girsberg untrennbar verbunden sind, im Mittelpunkt. Allen voran Graf Ferdinand von Zeppelin, der seine Jugend hier verbrachte. Mittels eines Stammbaumes an einer Wäscheleine konnten die Zuschauer die Beziehungen nachvollziehen. Die meisten Requisiten sind Originale. Gekonnt spielten die Darsteller auch mit Kostümen.

Richtig mitfühlen konnten die Gäste, als Wilhelm von Gemmingen in einem der Briefe Eugenie seine Liebe gestand. Ihre Antwort freute jedoch weder den Verehrer noch ihren Vater. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. «Die Briefe lesen sich wahnsinnig spannend.» Michaela Bauer verbrachte viele Wochen mit den Recherchen über die Familienmitglieder und fühlt sich heute mit ihnen sehr verbunden.

Desirée Müller

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch