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KREUZLINGEN: Leid in Klang und Lied

Der Oratorienchor und die Basler Münsterkantorei spannten am Mittwochabend für ein gemeinsames Projekt zusammen. Die 120 Sängerinnen und Sänger interpretierten das «Stabat Mater» von Anton Dvorak.
Christof Lampart
Der Oratorienchor Kreuzlingen und die Basler Münsterkantorei singen in der Kirche St. Stefan. (Bild: Christof Lampart)

Der Oratorienchor Kreuzlingen und die Basler Münsterkantorei singen in der Kirche St. Stefan. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Ein gewaltiges Werk, packend interpretiert – so lässt sich das Konzert am besten beschreiben, mit dem am Mittwochabend 120 Chorsängerinnen und -sänger in der, praktisch bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche St. Stefan in Kreuzlingen aufwarteten. Als Orchester begleitete die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz die Sängerinnen und Sänger aufmerksam und mit transparentem Klangbild. Solisten waren Sopranistin Ana Maria Labin – sie sprang für die kurzfristig erkrankte Mechthild Bach ein – Altistin Marlene Lichtenberg, Tenor Tomas Cerny und Bass Marc-Olivier Oetterli. Die musikalische Leitung hatte Annedore Neufeld inne, welche beide Chöre leitet.

Gedanken an die verstorbenen Kinder

Karfreitag ist ein Tag der Stille und des Nachdenkens. Die Christen erinnern sich an die Kreuzigung Jesu vor über zweitausend Jahren, an ihre Ursachen und ihre Wirkung. Der riesige Chor, der erstmals in dieser Formation zusammen sang, setzte diese Gedanken mit Dovraks «Stabat Mater» in Musik um. Zugrunde liegt dem Werk die Trauer des Komponisten um seine drei kurz hintereinander gestorbene Kinder. Hier setzt sich ein Vater mit dem Verlust seiner Liebsten auseinander und spiegelt es im Leiden der Gottesmutter.

Privates und Religiöses vermischen sich – jedoch nicht in einem klanglich nicht endend wollenden Schmerz. Sondern in einem Mitleid, das sich langsam auflöst und am Ende der Zuhörerschaft im sanft verhallenden Ausklang signalisiert, dass die Seelen der Verstorbenen nun doch das Paradies erreicht haben. Nicht der Jubel triumphiert, sondern die innige Andacht. Dennoch wäre am Ende Jubel des Publikums, das eifrig und lange applaudierte, angebracht gewesen. Denn was Choristen, Musiker und Solisten unter Neufelds Leitung boten, war Extraklasse.

Zehn Sätze verteilt auf eineinhalb Stunden

Schon der gut 20-minütige Eröffnungssatz bot einen Vorgeschmack auf das, was einem während der 90 Minuten erwarten sollte. Nach verhaltenem Beginn stieg die Spannung immer mehr an und führte zu einer gewaltigen Steigerung samt stimmlichen Aufbruchs, der geradezu wie ein kollektiver Aufschrei wirkte. Nun war auch der letzte Zuhörer im Stück angekommen – und blieb von da an aktiv mithörend dabei.

Annedore Neufeld verstand es, Chor und Solisten als ein musikalisch Ganzes zu behandeln. Das zehnsätzige Werk wirkte wie aus einem Guss gesungen und gespielt. Es geriet nie in Gefahr in zwar schöne, aber unzusammenhängende Einzelteile zu zerfallen. Toll fügten sich auch die Solistinnen und Solisten ein.

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