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KREUZLINGEN: Lebensretterin Eva Büchi mit Ehrenmedaille ausgezeichnet

Kantilehrerin Eva Büchi hat die silberne Ehrenmedaille der Stiftung Carnegie für Lebensretter erhalten, eine Auszeichnung für "heldenhaftes Handeln". "Es ist für mich wie ein Wunder", sagt sie im Interview.
Urs Brüschweiler
Lebensretterin Eva Büchi beim Ort des Geschehens in der Badi Tägerwilen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Lebensretterin Eva Büchi beim Ort des Geschehens in der Badi Tägerwilen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Am 28. Juni 2017 zog Lehrerin Eva Büchi einen chinesischen Austauschschüler an der Kantonsschule Kreuzlingen in der Seerhein-Badi Tägerwilen aus dem Wasser, reanimierte ihn und rettete den 15-Jährigen. Am Freitag wurde sie im Hotel Bellevue in Bern für ihr beherztes Eingreifen geehrt und schilderte dort ihre emotionale Achterbahnfahrt.

Frau Büchi, was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Sie bedeutet mir sehr, sehr viel. Es war eine sehr schwierige Zeit nach dem Badeunfall, die ich mit dieser Ehrung als Lebensretterin aber zum Glück positiv abschliessen konnte. Ich finde es auch schön und richtig, dass man Rettern Dank und Ehre zukommen lässt. Das motiviert vielleicht auch andere, helfend einzugreifen.

Wie kam es zu der Auszeichnung durch die Stiftung Carnegie für Lebensretter?
Ich vermute, sie haben den Artikel in der "Thurgauer Zeitung" gelesen. Nach der Einstellung der Strafuntersuchung im letzten Oktober erhielt ich eine Anfrage von der Staatsanwaltschaft, ob die Carnegie-Stiftung Einsicht in meine Akten nehmen dürfe. Die Beurteilung der Jury beruht also auf dem Polizeibericht.

Es wurde also genau geprüft?
Ja, der Stiftungsrat hat klare Richtlinien definiert, es gibt eine hochdekorierte Jury, die entscheidet und es gibt verschiedene Auszeichnungen. Gold kriegt, wer sein Leben in Gefahr bringt. Der Junge war leblos, für mich bestand keine Lebensgefahr, deshalb bekam ich eine Silbermedaille.

Die Medaille bezeugt eine "Handlung mit ausgesprochen heldenmütigem Charakter". Wo erhält sie ihren Ehrenplatz?
Sie findet ein Plätzchen neben meiner Finisher-Medaille im Halbmarathon in San Francisco 2016. Aber die Medaille für eine Lebensrettung bedeutet mir deutlich mehr. Wer als Laie kann sich schon Lebensretterin nennen? Das ist doch toll!

Sie stehen mit dem Bub aus Shanghai, den Sie gerettet haben, noch in Kontakt. Wie geht es ihm?
Ja, er schreibt mir regelmässig und sendet Fotos. Er hat alles ohne bleibende Schäden überstanden. Er besucht auch wieder seine alte Klasse. Das ist für mich wie ein Wunder. Denn wenn ich an ihn denke, sehe ich immer noch seinen Blick mit offenen Augen unter Wasser. Es ist für mich fast unvorstellbar, dass er das Ganze überlebt hat. Die Ärzte gaben ihm wenige Überlebenschancen, diese hat er aber genutzt.

Hat das Erlebnis etwas ausgelöst, bei Ihnen persönlich oder auch an der Kantonsschule?
Unser ganzes Schulhaus litt in der Zeit mit, das war alles sehr emotional. Das Schicksal des Buben hat alle wahnsinnig berührt. Und der Vorfall hat natürlich auch mich verändert. Ich fühle mich auf einen Schlag fünf Jahre älter. Ich bin sicher gelassener geworden. So ein Vorfall relativiert alles.

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