Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KREUZLINGEN: Lange Reise zum Konsens

Der Stadtrat unternimmt einen neuen Anlauf, dem Bahnhof Bernrain Leben einzuhauchen. Er sucht Ideen für die zukünftige Nutzung – wieder einmal. Seit 15 Jahren studiert man an einer Lösung herum.
Martina Eggenberger Lenz
Das ehemalige Bahnhofsgebäude im Bernrain wartet seit langem auf die Sanierung. (Bild: Urs Brüschweiler)

Das ehemalige Bahnhofsgebäude im Bernrain wartet seit langem auf die Sanierung. (Bild: Urs Brüschweiler)

Im November 2015 war man kurz vor dem Ziel. Der Stadtrat hatte den Baurechtsvertrag für die Nutzung des Bahnhofs Bernrain zur Unterschrift parat. Manuel Miller, umtriebiger Jungunternehmer, wollte im alten Stationsgebäude mit Schuppen seine Event-Firma ansiedeln. Doch der Gemeinderat machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Einerseits hatten einige Exponenten Mühe mit der Person des vorgeschlagenen Baurechtnehmers, andererseits gab es Bedenken wegen der Lärm- und Verkehrssituation, welche die Ansiedlung zur Folge gehabt hätte.

Miller war einer von ganz wenigen Bewerbern, die sich überhaupt für die Liegenschaft interessierten und sich auf die Ausschreibung 2012 gemeldet hatten. Er wäre bereit gewesen, einen fairen Baurechtszins zu zahlen und hätte sämtliche Sanierungskosten aus der eigenen Tasche berappt. Mindestens finanziell wäre es für die Stadt ein guter Deal gewesen.

Sanierung könnte die Stadt einen grossen Batzen kosten

Jetzt geht das Rösslispiel von vorne los. Die Stadt hat das Areal ausgeschrieben. Sie sucht Ideen für den Bahnhof. Interessenten können sich bis Ende April melden. Vorstellen kann sich der Stadtrat stilles Gewerbe, Gastronomie, Verkauf oder Kunsthandwerk. «Wir hätten am liebsten etwas mit Tagesnutzung, etwas, das dem Quartier dient», sagt Stadträtin Dorena Raggenbass. Es wird vermerkt, dass nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. In Frage kommen zwei Varianten: Baurecht oder Miete. Bei einer Mietlösung würde die Stadt die Sanierungskosten übernehmen, beim Baurecht der Investor. Dorena Raggenbass schätzt diese grob auf mindestens 800000 Franken. Läuft es auf ein Baurecht hinaus, dann muss wieder der Gemeinderat zustimmen. Bei der Mietlösung könne der Stadtrat selbstständig entscheiden. Der Kredit für den Umbau müsste dann aber doch noch via Budget oder Botschaft vor die Legislative. Damit die Vergabe nächstes Mal nicht wieder scheitert, hat der Stadtrat eine Jury eingesetzt. Vertreter der Bau- und Liegenschaftenverwaltung sind dabei, der Stadtpräsident und als Vertreter des Quartiers Christian Brändli und Marlies Marazzi. «Dadurch erhoffen wir uns eine breitere Abstützung in der Vorentscheidung», sagt Dorena Raggenbass.

Falls sich kein geeignetes Projekt finde, dann ziehe der Stadtrat in Betracht, den Bahnhof zu sanieren und eins, zwei Wohnungen daraus zu machen, oder das Objekt zum Beispiel dem Modelleisenbahnclub zur Verfügung stellen.

Abbruch wird als Variante wieder ins Spiel gebracht

Quartiervereinspräsident Brändli bringt noch einen anderen Vorschlag explizit ins Spiel, «wenn keine gescheite oder finanzierbare Idee kommt»: den Abbruch des Bahnhofs. Ein solcher wurde vom damaligen Stadtrat schon 2004 favorisiert. Die Quartierbewohner waren jedoch alles andere als begeistert, zumal damals auch noch Friedrich Kisters Interesse am Objekt bekundete und dieses zu einem Quartierzentrum ausbauen wollte. Den Zuschlag für den Kauf von den SBB erhielt 2007 die Stadt.

Brändli bezweifelt, dass ein Gastrobetrieb oder auch ein Laden im Bahnhofgebäude langfristig rentieren könne. Mit einem Abbruch könnte man den Weg für eine bessere Verkehrslösung an der Seeblickstrasse ebnen. Brändli denkt an eine Verlegung der Bushaltestelle, mehr Park&Ride-Plätze sowie mehr Platz für Rad- und Fusswege. «Wichtig ist den Leuten die Haltestelle. Am Gebäude an sich hängen die Quartierbewohner nicht.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.