Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

KREUZLINGEN: Lachende Gesichter beim Schloss

Das kantonale Departement für Bau und Umwelt hat entschieden: Die Wiese zwischen den Schlössern Girsberg und Brunnegg darf nicht überbaut werden.
Urs Brüschweiler
Jost Rüegg und Kurt Schmid-Andrist auf Schloss Girsberg. Im Hintergrund die «Brunnegg». (Bild: Kurt Peter)

Jost Rüegg und Kurt Schmid-Andrist auf Schloss Girsberg. Im Hintergrund die «Brunnegg». (Bild: Kurt Peter)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Sie sind praktisch am Ziel ihrer Bestrebungen. Fast ein Jahrzehnt haben Schloss-Girsberg-Besitzer Kurt Schmid-Andrist, Jost Rüegg und andere Mitstreiter für die Freihaltung der Schlosswiese gekämpft. Mit dem Entscheid des kantonalen Departementes für Bau und Umwelt (DBU), der am Freitag im Amtsblatt publiziert wurde, bleibt für eine Bebauung des Grundstückes praktisch kein Spielraum mehr. Entsprechend glücklich reagiert Kurt Schmid: «Vielen Dank an alle, die uns in diesem Kampf David gegen ­Goliath unterstützt haben und sich dafür einsetzten, dass die Schlosslandschaft vor diesem Eingriff geschützt wird.»

Jost Rüegg, Sprecher der Freien Liste, zeigt sich ebenfalls sehr erfreut, dass die Anstrengungen gefruchtet haben und eine «Überbauung der Schlosswiese nun vom Tisch ist». Er weist auch darauf hin, dass der Widerstand ausschliesslich von privater Hand geführt wurde und die Freie Liste die einzige poli­tische Gruppierung war, welche sich für dieses wichtige Thema eingesetzt hatte.

Schutzmassnahmen im Rahmen der Ortsplanung

Das DBU stützt sich in seiner Entscheidung auf ein Gutachten der eidgenössischen Kommissionen für Denkmalpflege und für Natur- und Heimatschutz und lehnt die Teiländerung des Gestaltungsplans «Ribi-Brunnegg» ab. Und man geht in Frauenfeld sogar noch weiter. Der aktuell noch rechtsgültige Gestaltungsplan von 1995 werde in dem Gutachten ebenfalls bemängelt, weshalb das DBU nun empfiehlt, im Rahmen der ak­tuellen Kreuzlinger Ortsplanungsrevision den Schutz des Orts­bildes im Gebiet Ribi-Brunnegg zu prüfen. Stadtpräsident Andreas Netzle teilt auf Anfrage mit, dass der Stadtrat seine Haltung zum Entscheid des DBU aufgrund einer Analyse der Bauverwaltung erst noch festlegen und kommuni­zieren müsse. Gegen den Entscheid des DBU besteht sowohl für die Stadt wie die betroffenen Grundeigentümer noch die Möglichkeit, beim Verwaltungsgericht Beschwerde einzulegen. Peter Lindt, Rechtsvertreter der Rüllen AG, sagt auf Anfrage, man sei noch mitten in der Analyse des Entscheides und wolle sich deshalb noch nicht äussern.

Sollte der Entscheid Rechtskraft erlangen, müsste die Stadt den Empfehlungen im Rahmen der aktuellen Ortsplanung-Revision wohl nachkommen. Diese befindet sich derzeit in der Vernehmlassung. Im aktuellen Entwurf ist die Schlosswiese aber nach wie vor als «Wohngebiet mit hoher Dichte» eingezont. Wie Andreas Netzle erklärt, habe der Stadtrat dies Anfang März so entschieden, «aufgrund der damals vorliegenden Informationen und Rahmenbedingungen».

Die Frage nach der ­Entschädigung

Sollte eine Auszonung der entsprechenden Parzellen tatsächlich vorgenommen werden, bliebe die Frage nach einer Entschädigung des daraus folgenden Wertverlustes für die Grundeigen­tümerin. Eine solche könnte möglicherweise von einer gerichtlichen Instanz zugesprochen werden. Die Stadt Kreuzlingen hat zu diesem Zweck in ihrem Finanzplan fünf Millionen Franken für 2018 eingestellt, und in der Rechnung 2016 ist eine mögliche Entschädigung als Eventualverpflichtung aufgeführt.

Auszonen und andernorts etwas einzonen

Um einer Entschädigungszahlung zu Lasten der Steuerzahler vorzubeugen, könnte nun aber ein Vorschlag, den Rainer Sigrist, Bau-Vorstand des Vereins Bernrain-Brunnegg, vor zweieinhalb Jahren ins Spiel brachte, wieder Aktualität erlangen. Der Trägerverein der Schule Bernrain ist mit einem Bauvorhaben nördlich von Schloss Brunnegg wegen des­selben Gutachtens der eidgenössischen Kommissionen blockiert. Sigrist schlug damals vor, dass die Schule die Schlosswiese der ­Rüllen AG abkaufe, das Land ausgezont werde und als Realersatz das Gebiet «Bündt Süd» an der Bernrain­strasse eingezont werde.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.