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KREUZLINGEN: Kumpel und Lehrer in einer Person

Jmerio Pianari hat die Jugendarbeit der Evangelischen Kirchgemeinde massgebend geprägt. Doch nun fühlt er sich dafür zu alt. In einem Buch hat er seine wilden und schwierigen Phasen verarbeitet.
Nicole D’orazio
Jmerio Pianari sitzt auf seiner Vespa, einem seiner Markenzeichen, vor der «Boje», dem Jugendhaus der Kirchgemeinde. (Bild: Andrea Stalder)

Jmerio Pianari sitzt auf seiner Vespa, einem seiner Markenzeichen, vor der «Boje», dem Jugendhaus der Kirchgemeinde. (Bild: Andrea Stalder)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Lange hatte er mit der Kirche nichts mehr am Hut. Katholisch aufgewachsen, trat Jmerio Pianari aus der Kirche aus. Als er mit 43 Jahren die Ausbildung zum Diakon begann, trat er wieder ein – bei den Reformierten. Seit bald elf Jahren ist er nun Jugendarbeiter bei der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen und hat einen grossen Anteil am erfolgreichen Aufbau der Kirchenarbeit mit den Kids. Doch auf Ende Juli hat der 57-Jährige gekündigt und nimmt zwei neue Herausforderungen an – in der Medienstelle der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule Thurgau, wo er für die Abteilung Religion zuständig ist, sowie als Mitarbeiter bei der Fachstelle für Religionsunterricht bei der Evangelischen Landeskirche Thurgau. «Ich höre nicht auf, weil es mir keinen Spass mehr macht.» Er habe sich aber auch schon gefragt, ob er als Jugendarbeiter nicht langsam zu alt sei.

Nach dem Gottesdienst gibt es Pizza

Bei den Teenagern ist Pianari beliebt. Er hat den Zugang zu ihnen gefunden, kann sie motivieren. «Der Jugendtreff im Haus Boje neben der Kirche ist gut besucht. Auch nach dem Jugendgottesdienst Big Mäg kommen viele zum traditionellen Pizzaessen.» Einmal im Monat organisiert er mit der Offenen Jugendarbeit Kreuzlingen einen Spielnachmittag mit Flüchtlingen. Es nähmen manchmal auch Teenager aus Kreuzlingen teil. Er hofft, dass das so bleibt. Beim Konfirmandenunterricht unterstützt er die Pfarrer. «Ich bin vor allem für die spielerischen Elemente zuständig», sagt er. Auch in den Lagern war er stets mit dabei. Die schwierigste Aufgabe für den Basel­bieter in Kreuzlingen war der ­Religionsunterricht. «Ich hatte damals keinen pädagogischen Hintergrund und musste noch die Ausbildung machen.» Den Religionsunterricht bezeichnet er als das schwierigste Fach in der Schule. «Weil es nicht Pflicht ist. Das stellt die Katecheten vor grosse disziplinarische Herausforderungen», erzählt Pianari. Er habe in den Lektionen alles erlebt. «Von begeisterten Kindern bis zu solchen, die im Umgang eher schwierig waren.» Er habe versucht, sowohl die Rolle eines Freundes wie auch des Lehrers einzunehmen. «Ich musste dabei immer auf die richtige Balance achten. Als Religionslehrer bin ich weniger Kumpel, als Jugendarbeiter umso mehr.» Er habe sich immer gesagt, dass er bei den Jungen nur Samen säen könne. Der Boden und was daraus werde, sei Gott überlassen.

Der Kirchgemeinde ist Pianari dankbar. «Nach der Ausbildung war es eine glückliche Fügung. Es schien mir damals, als wäre mir ein roter Teppich ausgerollt worden.» Privat bleibe er der Kirche erhalten. Denn sie gehört nun fest zu seinem Leben.

Am 2. Juli um 9.45 Uhr findet in der evangelischen Kirche der Abschiedsgottesdienst statt.

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