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KREUZLINGEN: Kostengünstig als Zauberwort

Eine Arbeitsgruppe soll die beiden leeren Räume im Schiesser-Areal durch das Pilotprojekt Kult-X mit neuem Leben füllen. Zudem arbeitet sie an einem Kulturkonzept. Simon Hungerbühler sagt, wie’s läuft.
Nicole D’orazio
Da geht’s lang: Vor dem Schiesser-Areal weisen Plakate den Weg ins neue Kulturzentrum. (Bild: Andrea Stalder)

Da geht’s lang: Vor dem Schiesser-Areal weisen Plakate den Weg ins neue Kulturzentrum. (Bild: Andrea Stalder)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio@thurgauerzeitung.ch

Im Kreuzlinger Schiesser-Areal ist die Internationale Schule aus- und Kultur eingezogen. Darauf haben viele Kulturbegeisterte lange gewartet. Eine Arbeitsgruppe um Simon Hungerbühler hat letzten September von der Stadt den Auftrag gefasst, ein Nutzungskonzept für ein Kulturzentrum zu entwickeln und ein Pilotprojekt aufzugleisen. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Herr Hungerbühler, wie ist das Pilotprojekt Kult-X angelaufen? Mittlerweile häufen sich die Veranstaltungen, was man auch im neuen Newsletter sieht.

Das Projekt ist gut angelaufen. Letzten Sonntag hat die dritte Veranstaltung stattgefunden. Die beiden vorherigen sind reibungslos verlaufen und waren ganz ordentlich besucht. Dass es einen Newsletter gibt, ist sehr erfreulich und dem ehrenamtlichen Engagement von inzwischen total knapp 20 Helfern zu verdanken. Der Newsletter ist eine kostengünstige Möglichkeit, gezielt eine interessierte Gruppe von möglichen Besuchern zu erreichen. Und kostengünstig ist im Augenblick ja ein Zauberwort für uns.

Ist es schwierig, Veranstalter oder Künstler für einen Event zu finden?

Das Interesse von Kulturschaffenden aus Kreuzlingen und Umgebung am neuen Kulturzentrum ist sehr gut spürbar. Viele kommen direkt mit Ideen, Projekten und Angeboten auf uns zu. Die Schwierigkeit besteht also weniger im Finden von möglichen Veranstaltungen als in der späteren Durchführung. Es fehlt derzeit noch an Material. Und natürlich sind wir dankbar für jede helfende Hand.

Wie läuft die Beteiligung der Kreuzlinger Kulturgruppen und -Institutionen wie zum Beispiel dem Z88, dem Theater an der Grenze, dem Kunstraum oder dem Kultling? Haben sich auch neue gemeldet?

Die angesprochenen Kulturgruppen sind stark in den Betrieb des Kult-X involviert. Mitglieder aus deren Teams helfen bei der Umsetzung der Veranstaltungen mit. Einige Events werden gar ganz durch die Kulturgruppen ausgerichtet. Zum Beispiel steht als nächste Veranstaltung dieser Art am 16. März das Konzert von Goran Kovacevic an, das vom Kultling organisiert und veranstaltet wird. Zudem arbeiten Vertreter der Kulturgruppen aktiv in der Arbeitsgruppe mit, die sich um die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes für das Kulturzentrum kümmert. Darüber hinaus sind aber auch andere Kulturschaffende und Veranstalter auf uns zugekommen. Eine Gruppe von Film-Freunden will beispielsweise schon im März mit Kinoabenden starten oder etwa die Pädagogische Maturitätsschule macht ein Konzert im Haus.

Wie häufig möchte man ein Event anbieten?

Im Rahmen einer Leistungsvereinbarung verlangt die Stadt von den Betreibern mindestens 15 Veranstaltungen im ersten Jahr. Wir sind guter Dinge, dass wir diese Vorgabe erfüllen können. Über eine Obergrenze haben wir bislang nicht gesprochen.

Angekündigt sind eine Premiere und Aufführungen des Theaters Konstanz. Ist es sinnvoll, so einem grossen Player der Region auch im Kult-X Platz zu geben? Oder ist das zu engstirnig gesehen, weil Kultur über die Grenze hinweg gelebt wird?

Es ist ein Wunsch der Stadt Kreuzlingen, dass wir von Beginn weg auch einen Blick auf Konstanz haben und mit Kulturschaffenden und Institutionen über die Grenze hinweg zusammenarbeiten. Dass nun gleich das Theater Konstanz als erster Konstanzer Kulturtäter im Kult-X gastiert, ist mehr einem Zufall zu verdanken. Der Autor des gezeigten Stückes war auf der Suche nach einer Spielstätte in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Klinik Bellevue. Da lag das Kult-X nahe. Wir freuen uns natürlich, gleich zu Beginn eine Produktion von solchem Format und solcher Qualität zeigen zu können.

Sie sind sozusagen mit zwei leeren Räumen gestartet. Haben Sie einiges an Infrastruktur kaufen können? Oder wurde irgendwie gesammelt oder gebastelt? Für den Pilotversuch hat die Stadt Kreuzlingen ja 70000 Franken gesprochen.

Es wäre gelogen, würden wir nicht zugeben, dass wir sammeln und basteln. Dank Geschenken, vornehmlich von Schulen, haben wir inzwischen Stühle sowie einen älteren Flügel und ein Klavier. Gross Infrastruktur konnten wir uns aber noch nicht leisten. Der Betrag, den Sie ansprechen, klingt zwar nach viel. Dabei muss man aber wissen, dass von diesen 70000 Franken nur 20000 ausbezahlt werden. 50000 Franken werden in der Stadtrechnung intern als Raumaufwand verbucht. Faktisch können wir also kostenfrei die leeren Räume nutzen, müssen aber mit 20000 Franken die umfangreichen Vorgaben aus der Leistungsvereinbarung erfüllen und die entsprechenden Veranstaltungen finanzieren. Dass wir uns dabei nicht gleich einen Beamer für 10000 Franken anschaffen, was bei der Raumgrösse angezeigt wäre, ist bestimmt nachvollziehbar. Wir sind aber aktiv auf der Suche nach weiteren Geldgebern. Und ein Besuch beim Kanton ist auch noch beabsichtigt.

Sie haben den Auftrag, bis im Frühjahr ein Nutzungskonzept für das neue Kulturzentrum zu erstellen. Wie läuft es damit? Gibt es bereits erste Ergebnisse?

Die Arbeiten am Nutzungskonzept laufen. Dabei liefern uns die Erfahrungen von den ersten Veranstaltungen wichtige Erkenntnisse für die weitere Ausgestaltung des Papiers. Erste Ergebnisse haben wir, wenn Sie so wollen, mit formulierten und in der Arbeitsgruppe beschlossenen Passagen erreicht. Aber letztlich liefern wir nur ein Ergebnis ab: das gesamte Nutzungskonzept.

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