KREUZLINGEN: Kleine und grosse Talente

470 Athleten trafen sich gestern am Auffahrtsmeeting auf dem Burgerfeld zum Saisonauftakt.

Desirée Müller
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Und los: Voller Kraft und konzentriert starten die Läuferinnen zum Sprint. (Bild: Andrea Stalder)

Und los: Voller Kraft und konzentriert starten die Läuferinnen zum Sprint. (Bild: Andrea Stalder)

Trudi Studer klatscht in die Hände und strahlt. Ihre 17-jährige Enkelin Aliena Trefny sprintet ins Ziel. Dann steuert die Kanti- schülerin vom LC Brühl auf ihr Grossmami zu und lässt sich drücken. «Ich wäre auch beim grössten Regen nach Kreuzlingen gekommen», versichert ihr die 84-Jährige. «Wär ich nur 70 Jahre jünger. Da würde ich glatt mitrennen.» Yasmin Giger tritt in einer halben Stunde im Speerwerfen an und muss sich aufwärmen. Die Romanshornerin gilt als einer der Nachwuchsstars am Meeting. «Dieses Jahr knackte sie bereits die EM-Limiten über die Mitteldistanzstrecken», weiss Wettkampfleiter Daniel Battistini aus Gottlieben. Eifersüchtig, dass sie nicht in seinem Verein ist, sei er nicht. «Ich freue mich einfach, wenn im Kanton Thurgau solche Ausnahmetalente hervorgehen.»

Als Star auf dem Burgerfeld sieht sich Yasmin Giger überhaupt nicht. «Wie alle bin ich hier, um mein Bestes zu geben und zu schauen, wo ich sportlich stehe», sagt die Thurgauerin. Sie hat ein Luxusproblem. «Yasmin ist in jeder Disziplin spitze», sagt Battistini. Für eine Hauptdisziplin möchte sie sich noch nicht entscheiden. «Irgendwann muss ich einen Fokus setzen. Aber im Moment machen mir so viele Disziplinen Spass», erzählt Giger. Aktuell besucht sie das Sport-KV. Solange sich die Disziplinen so gut mit der Ausbildung verbinden lassen, lässt sie sich Zeit.

Junge Athletinnen träumen vom Profisport

Sari, Lilian und Lucy schauen Giger beim Aufwärmen zu. Die drei 10-Jährigen von der Leichtathletikriege Tägerwilen-Kreuzlingen träumen davon, Leichtathletik auf Profiniveau auszuüben. «Es wäre cool, wenn der Sport mein Beruf wäre. Aber hauptsächlich macht’s mega Spass», sagt Sari Herbst aus Berg. Sie hat Lieblingsdisziplinen. «Wenn ich bei einer antrete, die ich nicht so toll finde, denk ich daran, was ich danach machen kann. Ein Glacé essen oder so», verrät sie. Die Mädchen haben am Auffahrtsmeeting ein Heimspiel. «Ich finde es toll, dass unser Verein das Meeting organisiert», findet Sari. So sieht das auch Präsident Hans-Jürg Klein. Zum 18. Mal veranstaltet die Riege das Meeting. Werbung müsse man keine machen, die Athleten kämen von selbst. Genug Helfer zu finden, sei allerdings schwieriger.

Desirée Müller

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

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