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KREUZLINGEN: Jäher Umbau der Pfarrhierarchie

Die katholische Kirchenvorsteherschaft bestimmt einen Seelsorgeleiter für die gesamte Gemeinde. Und es ist nicht der polarisierende Alois Jehle, sondern der noch neue Pater Jan Walentek.
Urs Brüschweiler
Erzbischof Thomas Edward Gullickson, Pfarradministrator Alois Jehle und Pater Jan Walentek beim Festgottesdienst zur Rückkehr des Reliquienkreuzes letzten Sonntag in der Kirche St. Ulrich. (Bild: Donato Caspari)

Erzbischof Thomas Edward Gullickson, Pfarradministrator Alois Jehle und Pater Jan Walentek beim Festgottesdienst zur Rückkehr des Reliquienkreuzes letzten Sonntag in der Kirche St. Ulrich. (Bild: Donato Caspari)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Es ist ein brisanter Entscheid, dessen Auswirkungen derzeit noch nicht ganz absehbar sind. Die katholische Kirchenvorsteherschaft Kreuzlingen-Emmishofen hat am Dienstagabend beschlossen, die Leitung der gesamten Seelsorge in der Kirchgemeinde Pater Jan Walentek zu übertragen. Der polnischstämmige Redemptorist ist seit letztem Oktober in Kreuzlingen tätig und lebt im Priesterhaus Bernrain. Er wird nun dem umstrittenen Pfarradministrator Alois Jehle vorgezogen. «Es war ein Entscheid, der uns sehr schwergefallen ist», sagt der neue Präsident der Vorsteherschaft Beat Krähenmann, der gestern Nachmittag gemeinsam mit Kirchenpfleger Simon Tobler die Medien über die vorgesehene Neuordnung der Hierarchie informierte. Am Mittwochmorgen hatte man bereits die Betroffenen in Kenntnis gesetzt, und nach dem Mittag folgte eine Information an die rund 40 Mitarbeiter der Kirchgemeinde.

Pfarrer Josef Gander möchte aufhören

Beat Krähenmann erklärte, dass Pfarrer Josef Gander aus Altersgründen – er erreicht heuer sein 75. Lebensjahr – den Wunsch geäussert habe, die Verantwortung für die Pfarrei St. Stefan abzugeben und seine Demission einzureichen. Zudem genehmige das Bistum Basel der Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen nur noch eine Leitung der gesamten Seelsorge. Bisher hatten sowohl Gander wie auch Jehle eine «Missio». Bischof Felix Gmür habe als neuen Leiter Alois Jehle, Jan Walentek oder einen Dritten vorgeschlagen. «Wir haben uns für Pater Jan entschieden, aufgrund seiner Erfahrung in der Führung von mehreren Pfarreien und seiner Fähigkeiten zu integrieren sowie zu vereinen», erklärt der Kirchenpräsident. «Wir sind überzeugt, mit ihm eine Persönlichkeit für unsere Seelsorgeleitung zu beauftragen, die alle nötigen Kompetenzen mitbringt und hohe Akzeptanz findet.»

Einfach habe sich die Behörde den Entscheid nicht gemacht, denn Alois Jehle habe grosse Verdienste um die Gemeinde. Jedoch sei man überzeugt, mit Pater Jan den richtigen Seelsorgeverantwortlichen für eine positive Zukunft gewählt zu haben. Der Beschluss sei einstimmig gefallen, jedoch in Abwesenheit der Pfarrherren, die als Direktbetroffene im Ausstand waren, und eines entschuldigt abwesenden Behördenmitglieds.

Während Jan Walentek seine neue Aufgabe mit Freude begrüsst habe, nahm Alois Jehle den Entscheid heute Morgen «in Ruhe» zur Kenntnis, berichtet Kirchenpräsident Beat Krähenmann. Wie Jehles Rolle in der Kirchgemeinde künftig aussehen wird, darüber sei man mit ihm im Gespräch und werde zu gegebener Zeit informieren. Klar ist, Jehle müsste seine «Missio» vom Bistum zurückgeben. «Alle sind interessiert, gemeinsam eine gute Lösung zu finden», ergänzt Kirchenpfleger Simon Tobler.

Petition für Jehle zeigte keine Wirkung

Die Kirchenvorsteherschaft sei sich bewusst, dass sie bei einigen Kirchbürgern auf Unverständnis stossen werde, und bedaure dies auch. Von den Mitarbeitern der Kirchgemeinde seien auch enttäuschte Reaktionen gekommen, weil viele Alois Jehle sehr schätzten. Zuletzt hatten sich auch über 600 Personen mittels einer Petition dafür stark gemacht, dass er die Pfarrei St. Ulrich weiterhin selbstständig leiten könne. Mit deren Vertretern habe man gesprochen und teile auch viele der Anliegen, sagt Krähenmann.

Wie sich die personelle Zukunft nun gestaltet – auch im Hinblick auf die immer noch ausstehende Bildung eines Pastoralraumes mit Ermatingen –, wird sich noch zeigen müssen. Gemäss der Behörde bleiben St. Stefan und St. Ulrich eigenständige Pfarreien, und alle Projekte und die Gottesdienstordnungen werden unverändert weitergeführt.

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