KREUZLINGEN: Integration geglückt, Identität bleibt

Die Vereine Acli und Colonie libere italiane feierten das Fest der Italienischen Republik.

Merken
Drucken
Teilen
Gäste, Redner und Organisatoren am Republikfest. (Bild: Manuela Olgiati)

Gäste, Redner und Organisatoren am Republikfest. (Bild: Manuela Olgiati)

Senator Claudio Micheloni lebt seit 1960 im Welschland und reiste am Samstag für die Feier nach Kreuzlingen. Im Vereins­lokal an der Bärenstrasse sprach er von Integration und dankte den Frauen. Italienische Migrantinnen waren Akteurinnen, die das Einwanderungsland Schweiz mitgestalteten und prägten. Sie entwickelten eigene Strategien, um ihre Rechte als Arbeiterinnen zu verbessern. Die ersten Colonie wurden gegründet, um den Widerstand gegen das faschistische Regime in Italien zu unterstützen. Stadtpräsident Andreas Netzle lobte die Gemeinschaft. Rund 54 Prozent betrage der Ausländeranteil in Kreuzlingen. Italienische Staatsbürger trugen viel zu einer gelebten Kultur bei. Das soziale Engagement in Vereinen sei hoch und sichtbar.

Derzeit leben 1362 italienische Staatsbürger in Kreuzlingen, vor 50 Jahren waren es doppelt so viele, sagte der Stadtpräsident. Viele Nachkommen italienischer Einwanderer haben die schweizerische Staatsangehörigkeit angenommen und gehören zur Gruppe der sogenannten Secondos. Die Integration der italienischen Staatsbürger in der Schweiz sei längst geglückt, ohne dass sie die Identität verloren hätten. Michele Schiavone, Generalsekretär des Rats der Auslanditaliener aus Tägerwilen, sprach von der Harmonie und meinte damit auch politische Gespräche in Kreuzlingen. «Wir können Probleme nur gemeinsam lösen.» Der Verein Acli Schweiz kümmert sich um religiöse, moralische und soziale Werte. Deren Vizepräsident Simone Dimasi verglich die Rechte und Pflichten von gestern und zeigte sich aus heutiger Sicht recht zufrieden.

Carriere lebt seit 57 Jahren in der Schweiz

Erico Faluomi, der Präsident von Acli Kreuzlingen, organisierte den Anlass. Rund 50 Personen erhoben sich zur italienischen und Schweizer Hymne.

Unter den Gästen traf man auch Stefano Carriere aus Kreuzlingen, der seit 57 Jahren in der Schweiz lebt und bestens inte­griert ist. Damals hat sich der gelernte Schreiner für eine Arbeitsstelle in Kreuzlingen entschieden, anstatt in Italien der Armee beizutreten. (mao)