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KREUZLINGEN: Installationen zum Nachdenken

Am Samstagabend verwandelte sich die Hauptstrasse in den «Boulev’art». Das Projekt vom Kunstraum und der Kunstkommission war Teil der grenzüberschreitenden Kunstnacht.
Desirée Müller
Die Wasser-Projektion beim «Theater an der Grenze» fand Bewunderer. (Bild: Reto Martin)

Die Wasser-Projektion beim «Theater an der Grenze» fand Bewunderer. (Bild: Reto Martin)

Das Leben auf dem Boulevard schien sich Samstagnacht für einmal in Zeitlupe zu bewegen. Menschen stehen minutenlang still da, einige mit Runzeln auf der Stirn, andere wissend lächelnd. Kunst ist schliesslich Ansichtssache und jede und jeder hat einen anderen Zugang zu ihr. Das findet zumindest Stadtpräsident Andreas Netzle, der sich in der Kunstnacht unvoreingenommen den Installationen stellte. «Ich hatte keine Ahnung, was mich heute erwartet», erzählt er und schielt auf eine Filmpräsentation. An der weissen Wand im grossen Saal des «Trösch» stürzen sich gerade zwei Männer mit ihren Surfboards in die Wellen. «Man sollte offen und auch ehrlich mit sich selbst sein, wenn man Kunst betrachtet», ist er überzeugt. Schliesslich sei die Kunst ein Experimentierfeld.

Es wird viel geflüstert

Es herrscht eine ganz spezielle Stimmung auf dem Boulevard. Nur selten hört man Gespräche, die nicht im Flüsterton geführt werden. So schaut sich auch Jürgen Petry wortlos mit verschränkten Armen und geneigtem Kopf die Videoinstallation von Selina Frölicher und Micha Bietenhader an. Bewegte Bilder tanzen über die Fassade eines Gebäudes. Ein Strassenverlauf löst Farbtropfen ab und verwandelt sich dann in Bäume. Jürgen Petry widmet sich immer noch konzentriert dem Geschehen. «Man muss sich Zeit nehmen für Kunst», findet der Besucher aus Scherzingen. Es gebe zwei Zugänge, um die Kunst am Boulev’art zu konsumieren. «Entweder sieht man sich die Installation zuerst an und liesst dann den Text auf dem Infoplakat, oder umgekehrt», erklärt der Kunst-Fan. Ein Kenner sei er nicht. Aber sehr interessiert.

Das Thema Wasser kommt für den Laien nicht sofort zum Ausdruck. Selina Frölicher erklärt, dass die fliessenden Übergänge das Wasser symbolisieren. Sozusagen der Bildfluss. Die Videoinstallation wurde von den beiden jungen Zürcher Künstlern speziell für die Kunstnacht geschaffen. Das freut vor allem Christiane Hoefert. Sie ist Mitglied der Kunstkommission und bekam den Auftrag, die Kunstnacht auf dem Boulevard als Kuratorin zu begleiten. «Eine Aufgabe war die Auswahl der Künstler», erklärt die Kunsthistorikerin. Das Thema Wasser findet sie sehr gut gewählt. So spiele das Element in der Kunst eine wichtige Rolle. «Es kann meditativ, ästhetisch oder auch aufbrausend sein.»

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