KREUZLINGEN: Ideale Nähe zum Bahnhof

An der Nationalstrasse 19 entsteht ein ambulantes Psychiatriezentrum. Der Externe Psychiatrische Dienst zieht von Münsterlingen in die Stadt, und auch die Tagesklinik zügelt.

Nicole D'orazio
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Die Liegenschaft an der Nationalstrasse 19 in Kreuzlingen. (Bild: Andrea Stalder)

Die Liegenschaft an der Nationalstrasse 19 in Kreuzlingen. (Bild: Andrea Stalder)

KREUZLINGEN. Gut 20 Personen besuchen täglich die Psychiatrische Tagesklinik in Kreuzlingen. Diese ist heute an der Bottighoferstrasse 1 beim Zihl-Center untergebracht. Im Juli 2017 zügelt sie an die Nationalstrasse 19. Zusammen mit dem Externen Psychiatrischen Dienst (EPD) Münsterlingen, der für die niederschwellig ambulant-sozialpsychiatrische Behandlung der Patienten zuständig ist, wird die Tagesklinik ein ambulantes Psychiatriezentrum bilden. Der EPD soll schon im April von Münsterlingen nach Kreuzlingen zügeln. Das Baugesuch für die Umbauarbeiten liegt derzeit bei der Stadt Kreuzlingen auf.

«Ein gemeinsamer, gut erreichbarer Standort ist eine langgehegte Idee der Psychiatrischen Dienste Thurgau», sagt Ralf Gebhardt, Leiter Ambulante Erwachsenenpsychiatrie. Das Gebäude liege ideal nahe des Bahnhofs. «Sonst hätten wir das nicht gemacht.» Die Tagesklinik und der EPD betreuen teilweise die gleichen Patienten, sagt er. «Manchmal werden sie zuerst intensiv in der Tagesklinik betreut, ehe sie vom EPD oder einem externen Psychiater behandelt werden.» Ein gemeinsamer Standort mache daher Sinn. «So kann das Sekretariat gemeinsam genutzt werden und das therapeutische Personal eng zusammen arbeiten.» Insgesamt werden rund 25 Angestellte im Zentrum arbeiten.

Patienten leiden an Störungen aller Art

Die Patienten der beiden Angebote leben alle zu Hause, benötigen jedoch Unterstützung in ihrem Alltag. «Sie leiden an psychischen Störungen aller Art. Das können zum Beispiel Depressionen, Angstzustände oder auch eine Suchtabhängigkeit sein», erklärt Gebhardt. Die Patienten seien stabil und es komme niemand ins Zentrum, der stationär behandelt werde. «Natürlich gibt es bei den Leuten gewisse Berührungsängste, wenn sie Psychiatrie hören. Doch das ist nicht nötig. Das sind Menschen wie du und ich.»

Der Kanton Thurgau hat einen langjährigen Mietvertrag für die Liegenschaft an der Nationalstrasse 19. Bislang ist das Bildungszentrum für Bau und Mode darin untergebracht gewesen. «Wir beziehen das Erd- und das erste Obergeschoss», sagt Gebhardt. «Zuvor müssen wir aber noch etwas umbauen. Die Schulungsräume müssen in kleinere Büros für Therapiegespräche umgewandelt werden.» Investiert werde knapp eine halbe Million Franken.