Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

KREUZLINGEN: «Ich sehe das ganz pragmatisch»

Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass ist bereit, nach dem Abgang von Andreas Netzle temporär zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Sie will sich zu hundert Prozent für die Stadt engagieren, bis ein Nachfolger auf dem Chefsessel Platz nimmt.
Martina Eggenberger Lenz
Die Kunstinstallation von Markus Brenner im Lichthof des Stadthauses, unweit des Stadtpräsidentenbüros. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kunstinstallation von Markus Brenner im Lichthof des Stadthauses, unweit des Stadtpräsidentenbüros. (Bild: Andrea Stalder)

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch

Am Donnerstag hat Stadtpräsident Andreas Netzle seinen Rücktritt per Ende Juli angekündigt. Ein Nachfolger kann realistisch betrachtet erst Anfang 2018 das Amt antreten. In der Zwischenzeit wird Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass vermehrt gefragt sein.

Frau Raggenbass, Sie sollen während einigen Monaten einspringen und im Stadthaus zusätzliche Aufgaben übernehmen. Wie haben Sie auf diese News reagiert?

Als Vize muss man immer mit einem solchen Fall rechnen. Es ist daher klar, dass ich zur Verfügung stehe. Ich verfüge immerhin über zehn Jahre Erfahrung als Stadträtin und traue mir das zu. Auch, weil im Präsidium und in meinem Departement Gesellschaft super Teams bereit stehen.

Sie müssten nun eigentlich 160 Prozent arbeiten, was natürlich nicht geht. Was ist der Plan?

Klar, der Hauptpart wird bei mir liegen. Doch in den nächsten zwei Wochen erstellen wir in den zwei Departementen Gesellschaft und Präsidium eine Prioritätenliste. Mit dieser soll geklärt werden, welche Aufgaben an Mitarbeiter delegiert werden können und welche Projekte man allenfalls zurückstellen kann, zum Beispiel für ein Jahr. Ausserdem schauen wir uns im Stadtrat die Liste der aktuellen Projekte des Departements Präsidium durch und prüfen, ob einige interimistisch auch von einem anderen Mitglied der Exekutive betreut werden könnten. Ich denke da zum Beispiel an das Stadthaus und Stadtrat Ernst Zülle, der bereits sehr im Thema drin ist. Entschieden ist aber noch nichts.

Aber es ist klar, dass Ihr Pensum aufgestockt wird.

Ich werde sicher während der Vakanz hundert Prozent arbeiten müssen, beziehungsweise mindestens 40 Stellenprozente aus dem Präsidium übernehmen.

Können Sie sich das so einfach einrichten?

Ja, ich habe privat alles gut ­geregelt und mein Grafikgeschäft habe ich auf wenige Kunden heruntergefahren, die ich auch in der Freizeit noch betreuen könnte.

Sie tönen sehr gefasst.

Ich sehe das ganz pragmatisch.

Könnten Sie sich denn vorstellen, das Präsidium sogar längerfristig zu übernehmen?

Das war für mich nie eine Option. Ich fühle mich sehr wohl in meinem Amt als Stadträtin.

Es wurde auch schon über Ihren Rücktritt spekuliert. Bleiben Sie nun länger im Amt, weil Andreas Netzle geht?

Ich kann mir gut vorstellen, in zwei Jahren erneut als Stadträtin zu kandidieren, wenn die Rahmenbedingungen das zulassen. Das hat aber nichts mit Andreas Netzles Rücktritt zu tun. Ich mache es einfach wahnsinnig gerne.

Haben Sie Verständnis für seinen Rücktritt?

Er hat uns immer gesagt, dass für ihn drei Legislaturen genug sind. In einem gewissen Alter muss man Gelegenheiten nutzen, wenn sie sich bieten. ­Da habe ich absolutes Verständnis. Der Zeitpunkt war schlussendlich dennoch überraschend.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.