KREUZLINGEN: «Ich bin schon als Kind in die Pilze gegangen»

Mit Uwe Winkler hat die Region wieder einen eigenen Pilzkontrolleur. Der Konstanzer beschäftigt sich schon seit Jahren mit Mykologie. Wegen eines Vergiftungsfalls in der Familie hat er das Hobby intensiviert.

Martina Eggenberger Lenz
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Herr Winkler, konnten Sie die Schweizer Prüfung zum amtlichen Pilzkontrolleur schon absolvieren?

Ich werde die Prüfung im September ablegen. Derzeit bereite ich mich darauf vor, speziell die Schweizer Lebensmittelgesetzgebung unterscheidet sich etwas von der deutschen. Die Pilze dies und jenseits der Grenze sind zum Glück dieselben.

Haben Sie in Deutschland bereits als Kontrolleur gearbeitet?

Die Pilzsachverständigen-Prüfung für Deutschland habe ich 2006 abgelegt und führe seither auch Beratungen in Konstanz und Umgebung durch. Seit etlichen Jahren führe ich Kurse durch und bilde selber Pilz-Sachverständige aus. Für die Deutsche Gesellschaft für Mykologie nehme ich auch die Sachverständigen-Prüfungen ab. Bei der Giftnotrufzentrale Freiburg bin ich als Sachverständiger im Kreis Konstanz gemeldet.

Wie lange beschäftigen Sie sich schon näher mit Pilzen?

Schon als Kind bin ich mit meinem Vater in die Pilze gegangen. Ein intensives Hobby wurden die Pilze vor 15 Jahren, ausgelöst durch eine lebensbedrohliche Vergiftung meiner Eltern und die Schwierigkeit, damals Unterstützung beziehungsweise Beratung zu bekommen. Zum Glück ist alles noch einmal gut gegangen.

Gibt es Anzeichen, ob 2017 eine gute Saison werden wird oder nicht?

Eine Pilzsaison ist lang. Es beginnt im April mit den Morcheln und endet im Dezember mit Austernseitlingen und dem Winterpilz. Zurzeit ist es etwas zu heiss für starkes Pilzwachstum. Entscheidend sind die Regenfälle, sobald mindestens drei Tage lang intensiver Regen fällt , lohnt es sich nach ein paar weiteren Tagen auf die Pirsch zu gehen.

Haben Sie einen Lieblingspilz?

Als Speisepilze sind mir Parasolpilze, Herbsttrompeten und Pfifferlinge am liebsten. Als Hobby-Mykologe beschäftige ich mich mit den Gattungen «Täublinge» und «Haar-Schleierlinge» intensiver.

In welchem Beruf arbeiten Sie sonst?

Ich bin als Software-Ingenieur tätig und arbeite bei einer Schweizer Maschinenbau-Firma.

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger @thurgauerzeitung.ch

Beratungen am Marktweg 8:

6. bis 20. August sonntags 18.30–19.30 Uhr, 24. August bis 26. Oktober donnerstags 18.30–19.30 Uhr und sonntags 18.00–19.00 Uhr.