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KREUZLINGEN: Horte sind der Renner

Seit die Schule den Betrieb der ausserfamiliären Tagesbetreuung übernommen hat, ist die Nachfrage stark gestiegen. Momentan ist sie sogar grösser als das Angebot, obwohl zusätzliche Plätze geschaffen werden.
Martina Eggenberger Lenz

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger @thurgauerzeitung.ch

Letzten Sommer hat die Schule den Hortbetrieb vom Verein Kreuzlinger Kinderkrippe VKK übernommen. Und Schulpräsident René Zweifel kann stolz bilanzieren: «Die Horte sind eine Erfolgsgeschichte.» Das Angebot ist sogar so erfolgreich, dass auf das kommende Schuljahr nicht mehr ganz alle Anmeldungen berücksichtigt werden können – und das obwohl die Anzahl der Betreuungsplätze nach oben angepasst wurde, wie Zweifel betont.

Der Hortbetrieb ist zu Beginn des Schuljahres 2016/17 mit 118 Plätzen gestartet. Das Budget sah eigentlich 110 Plätze vor. Unter der Führung des VKK seien zuletzt 102 Plätze benutzt worden, erklärt der Schulpräsident. Mit der Übernahme des Betriebs durch die öffentliche Hand habe man bereits ein Entwicklungspotenzial von bis zu zwanzig Prozent eingerechnet und auf Grund der positiven Reaktionen damals schon zusätzliche Plätze geschaffen. «Nach der erfolgreichen Abstimmung über den städtischen Beitrag im April letzten Jahres sind die Anmeldungszahlen regelrecht explodiert», sagt Zweifel. Also habe man spontan eine zusätzliche Gruppe am Standort Bernegg eröffnet. Im Januar wurden dann die Eltern der neuen Kindergärtler zu einem Informationsanlass eingeladen. An diesem wurde auch über das Hort-Angebot gesprochen. Ab Ende Januar konnte man sich anmelden. «Wir haben damals schon gesehen, dass es knapp wird. Aber wir gingen noch davon aus, dass wir den Andrang bewältigen können.» In den nächsten Monaten seien aber weitere Anmeldungen auf der Schulverwaltung eingetroffen, und im April habe festgestanden, dass mit den vorhandenen Plätzen nicht mehr alle Familien zu allen Wunschzeiten berücksichtigt werden können. Die Betroffenen wurden entsprechend informiert.

Der Schulpräsident stellt klar, dass die Schule nie versprochen habe, dass sie Hortplätze garantiere. Die Plätze seien subventioniert, das Kostendach für das Projekt müsse eingehalten werden. Grundsätzlich würden die Anmeldungen nach Eingangsdatum berücksichtigt. Man schaue aber auch, welche Familien am meisten auf das Angebot angewiesen seien. Zweifel denkt da insbesondere an Alleinerziehende und andere, die besonders auf eine Arbeitsstelle angewiesen sind.

Nachtragskredit nach nur einem Jahr wäre verfrüht

Die Zuteilung der Kinder auf die Kindergarten- und Hortstand­orte sei anspruchsvoll, zumal eigentlich nicht alle Kindergärten Hort-Anschluss hätten. Um das Problem zu entschärfen, organisiere man Begleitpersonen, welche mit Kindern mittags zum nächsten Hort laufen. Die Mittagsmodule sind überall stark gefragt, ebenso die frühe Nachmittagsbetreuung. Der frühe Morgen und der späte Nachmittag werden weniger oft gebucht. Der Bedarf verteilt sich also nicht gleichmässig auf den Tag und auf die Wochentage. Am Mittwoch sei am wenigsten los, sagt der Schulpräsident. Wegen der kritischen Situation mit den vielen Anmeldungen haben Schule und Stadt nun als Sofortmassnahme eine nochmalige Erhöhung der Betreuungsplätze beschlossen. Im Schulhaus Wehrli entsteht wie geplant ein neuer Hort. Jener am Bachweg wird aber nicht wie vorgesehen aufgehoben, sondern bleibt bestehen. So schaffe man zusätzlichen Platz für rund 25 Kinder. «Damit ist der Kostenrahmen aber voll ausgereizt.» Bislang profitierten 200 Kinder vom Hortangebot. Neu werden es 230 sein. Die Nachfrage liegt bei 260, legt der Schulpräsident die Zahlen auf den Tisch. Für Schule und Stadt sei es aber nicht in Frage gekommen, nur ein Jahr nach dem Start einen Nachtragskredit zu beantragen. «Wir wollen erst drei Jahre Erfahrungen sammeln und dann mit konsolidierten Zahlen über die weitere Entwicklung entscheiden.»

Die Infrastruktur sei weniger das Problem, aber wenn die Schule noch mehr Betreuungsplätze anbieten wolle, dann müsse mehr Personal eingestellt werden. «Die Qualität ist uns ebenso wichtig wie die Quantität.» Denkbar sei, dass es politische Bestrebungen geben könnte, zusätzliche Gelder für das Projekt zu sprechen. «Langfristig müssen wir ganz sicher zusätzliche Gruppen eröffnen», sagt René Zweifel. 1200 Schüler besuchen aktuell die Primarschule Kreuzlingen. Jedes Fünfte wird bereits in einem der Horte betreut. «Das zeigt, dass das Angebot mehr als gerechtfertigt ist.»

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