KREUZLINGEN: Hoffen auf ein gutes Miteinander

Er will nicht alles auf den Kopf stellen: Der neue Seelsorger Jan Walentek hat sich am Montag vorgestellt.

Merken
Drucken
Teilen

Der Vorstand der katholischen Kirchgemeinde bot am Montag die Gelegenheit, den neuen Gesamtleiter der Seelsorge, Pater Jan Walentek, kennen zu lernen. Der Saal im Ulrichshaus war gut gefüllt. Bischofsvikar Ruedi Heim ging zunächst auf die Einteilung des Pastoralraumes ein. Diese müsste die Anforderungen an die kirchlichen Aufgaben erfüllen. Kreuzlingen sei ein Pastoralraum B mit einem Seelsorgeteam. Er umfasst die Pfarreien St. Ulrich und St. Stephan sowie St. Albin in Ermatingen.

Das Bistum habe laut Heim nach einem geeigneten Gesamtleiter gesucht und ihn in Jan Walentek gefunden. «Der Bischof schlägt der Kirchenvorsteherschaft eine geeignete Person vor, die anschliessend auf Herz und Nieren geprüft wird.» Seit einem Jahr arbeitet Pater Jan Walentek bereits in Kreuzlingen, am Montagabend stand er Red und Antwort. «Ich bin herzlich und freundlich aufgenommen worden», meinte er zunächst. Er sei aber nicht nach Kreuzlingen gekommen, weil er unbedingt wollte, sondern weil die Provinzleitung der Redemptionisten den Auftrag erteilt hätte. «Und ich bin schon gar nicht gekommen, um jemanden zu verdrängen oder den Platz wegzunehmen», erklärte er weiter.

1964 wurde Jan Walentek in Südpolen geboren, «in einer Umgebung, in der Glaube und Kirche sehr wichtig ist». Vor 26 Jahren wurde er zum Priester geweiht. 2004 kam er nach Österreich, um die Redemptionisten zu unterstützen. Im Burgenland gab er zudem Religionsunterricht an den Volks- und Hauptschulen und wurde 2008 zum Pfarrer ernannt. «Im Burgenland habe ich auch viel Erfahrung in der Ökumene gesammelt», meinte Jan Walentek.

«Ich habe nicht vor, alles auf den Kopf zu stellen, sondern will an dem weiter bauen, was gewachsen ist», machte er klar. Mit der Zeit werde sich zeigen, wo Veränderungen sinnvoll und nötig seien. Er hoffe auf ein gutes Miteinander, um «in Kreuzlingen eine lebendige Kirche zu bauen».

In absehbarer Zeit wird Jan Walentek Unterstützung bekommen. Pfarrer Josef Gander geht Ende Dezember in den Ruhestand. Ein Stelleninserat ist laut Ruedi Heim landesweit ausgeschrieben worden.

In der anschliessenden Fragerunde machte sich Pirmin ­Hugentobler Sorgen um den Nachwuchs. Er fragte Ruedi Heim deshalb nach Aufhebung des Zölibates und der Möglichkeit, Frauen ins Priesteramt zu bringen. «Verheiratete Priester erlebe ich vielleicht noch, Frauen im Priesteramt aber sicher nicht», gab Ruedi Heim zur Antwort. Der Mangel an Priestern könne in der Grenzregion vor allem durch deutsche Personen gedeckt werden. Abschliessend dankte Christian Winterhalter: «Danke, dass wir vorwärts blicken können und die unseligen Zeiten hinter uns haben.»

Kurt Peter

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch