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KREUZLINGEN: Höchstens ein Hoffnungsschimmer

Händler in der Region Südbaden verzeichnen erstmals seit Jahren weniger Einkaufstouristen. Auch in Konstanz spricht man von Stagnation. Doch diesseits der Grenze mag man noch nicht jubeln.
Martina Eggenberger Lenz

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch

Die Meldung liess aufhorchen. «Südbadens Einzelhändler klagen übers Geschäft» titelte die Badische Zeitung vor drei Tagen. Seit einigen Monaten würden nicht mehr so viele zahlungskräftige Schweizer Kunden kommen. «Die Zeiten der Umsatzzuwächse mit der Schweiz scheinen vorbei zu sein», wird der Hauptgeschäftsführer des Handelsvereins Südbaden zitiert. Er stützt seine Aussagen auf eine Umfrage bei den Mitgliedern.

Anders als im Raum Lörrach wird in Konstanz noch nicht gejammert. Aber Bertram Paganini von der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee stellt immerhin eine Stagnation beim Einkaufstourismus fest. Er verweist auf die Zahlen des Zolls. Letztes Jahr wurde bei der Zahl der abgestempelten Mehrwertsteuer-Zettel in der Region erstmals ein Rückgang verzeichnet. «2015 gab es noch einen Anstieg von rund 20 Prozent. Da sind die Minus 0,5 Prozent des letzten Jahres schon auffällig.» Von einer Trendwende will Paganini aber erst sprechen, wenn der Zoll auch dieses Jahr weniger zu tun hat.

Kein Umsatz-Plus auf Kreuzlinger Seite

Der IHK-Vertreter glaubt, dass die Spitze erreicht ist. Hauptursache seien wohl aber nicht der aktuell erstarkte Euro, sondern die Preissenkungen, die in der Schweiz vorgenommen wurden. In Konstanz hängt bis zu 40 Prozent des Umsatzes der Geschäfte an der Schweizer Kundschaft. Daher beobachtet Paganini die Situation ganz genau. «Wir hoffen natürlich, dass wir das aktuelle Niveau halten können. Jetzt warten wir mal ab, wie das Weihnachtsgeschäft läuft.» Einen Plan B für die Zeit nach dem Boom mit dem Einkaufstourismus hätten die meisten Händler noch nicht.

Auf dem Platz Kreuzlingen kann man bislang allerdings noch nicht von einer Trendwende sprechen. «Bestenfalls stellen wir eine Stagnation fest. Wir werten die aktuellen Meldungen als kleinen Hoffnungsschimmer», erklärt Gewerbe-Präsident Andreas Haueter. Mit einer spürbaren Entspannung rechnet er erst, wenn der Euro wieder mehr als 1.20 Franken kostet. Aktuell liegt der Verkaufspreis knapp unter 1.18 Franken. Wenn die Deutschen Kollegen jetzt jammern würden, dann sei dies auf hohem Niveau, meint Haueter. Stadtrat Thomas Beringer, der selbst am Boulevard geschäftet, hat ebenfalls noch keine Trendwende ausgemacht, «ganz und gar nicht». Viele Detaillisten hätten immer noch hart zu kämpfen.

Ein Indikator sei die Parkplatz-Situation in Kreuzlingen. Die Einnahmen seien hier konstant hoch, man stelle keinen Einbruch fest. Kommt hinzu, dass weniger Einkaufstourismus auf deutscher Seite nicht automatisch ein Plus ennet der Grenze bedeutet. «Wenn ein Zürcher nicht mehr nach Konstanz fährt, weil der Kurs steigt, dann merken wir in Kreuzlingen davon nichts», bringt es Andreas Haueter auf den Punkt.

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