KREUZLINGEN: Herz, Empathie und ein wenig Zeit

Die Bundesfeier auf der Besmerwiese war trotz Wetterkapriolen stimmig und sehr gut besucht. Den achten Prix Kreuzlingen erhält der Verein Mahlzeitendienst.

Urs Brüschweiler
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Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass überreicht Roland Alber, Präsident des Mahlzeitendienstes, den Preis. (Bild: Andrea Stalder)

Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass überreicht Roland Alber, Präsident des Mahlzeitendienstes, den Preis. (Bild: Andrea Stalder)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Ein schönes Volksfest hat der Quartierverein Kurzrickenbach zum gestrigen Nationalfeiertag auf die Beine gestellt. Trotz des Gewitters sind über 350 Kreuzlinger zur Bundesfeier auf die Besmerwiese gekommen und genossen – wenn das schlechte Wetter gerade eine Pause einlegte – die Aussicht über Stadt und See und die vielen Programmpunkte. Zeitweise brauchte es allerdings die kräftigen Töne des Symphonischen Blasorchesters Kreuzlingen, um das Prasseln der Regentropfen auf das Zeltdach zu übertönen.

135000 Essen in 30 Jahren

Die Redner hingegen hatten es da schwerer, bis in die hintersten Reihen gehört zu werden. Nichtsdestotrotz konnte Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass den Prix Kreuzlingen überreichen. Der Anerkennungspreis wurde heuer bereits zum achten Mal verliehen. Und zwar an den Verein Mahlzeitendienst. Dessen Präsident Roland Alber nahm die Skulptur, die vom Kreuzlinger Künstler Philippe Mahler gestaltet wurde, dankbar entgegen. Der Preis motiviere, die Arbeit zugunsten kranker und betagter Mitbürger weiterzuführen. Er bat dann Elisabeth Lippuner, Margrith Tischhauser und Claire Naef auf die Bühne. Letzterer gebühre besondere Hochachtung. Sie ist seit 37 Jahren mit dabei und das letzte Gründungsmitglied. In ihren 30 Jahren als Einsatzleiterin habe sie dafür gesorgt, das rund 135000 Essen zu ihren Empfängern kamen – fehlerfrei, wie Alber betonte. Die Laudatio hatte Susanne Müller-Rüedi, ehemalige Präsidentin des Vereins, gehalten. Bei den Lieferfahrern stehe stets der Mensch im Mittelpunkt. Für diese gesellschaftlich wichtige Aufgabe brauche es Herz, Empathie und ein bisschen Zeit.

Nach dem Rücktritt von Stadtpräsident Andreas Netzle hat am 1. August Dorena Raggenbass interimistisch das Zepter übernommen. Die Übergangszeit werde nicht ganz einfach, aber es werde sicher gut gelingen. Der ehemalige Stadtpräsident verabschiedete sich dann auch noch mit persönlichen Worten von der Bevölkerung. Als Geschenk des Stadtrates erhielt er ein Bild, das den Nationalratssaal zeigt und bisher sein Büro schmückte.

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