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KREUZLINGEN: Herr der Pfeifen

Die Hauptorgel der Klosterkirche St.Ulrich besteht seit 50 Jahren. Kirchenmusiker André Simanowski hat aus Anlass des Jubiläums ein besonderes Konzertprogramm zusammengestellt.
Nicole D’orazio
André Simanowski posiert zwischen den Orgelpfeifen im Innern des Instruments. (Bild: Reto Martin)

André Simanowski posiert zwischen den Orgelpfeifen im Innern des Instruments. (Bild: Reto Martin)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Sie hat 36 Register und rund 2500 Pfeifen. Die Hauptorgel der Basilika St. Ulrich in Kreuzlingen wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Nach dem Brand der Kirche und Teilen des Lehrerseminars von 1963 musste sie wieder aufgebaut werden. Sie ist das Arbeitsinstrument von André Simanowski, dem Organisten der Pfarrei St. Ulrich. «Es ist eine tolle Orgel, die von Rieger, einer renommierten Firma aus Österreich, erstellt wurde», erzählt er. Am grossen Instrument schätze er vor allem dessen technische Zuverlässigkeit sowie die klangliche Vielfalt.

Während der Gottesdienste an den Wochenenden und bei Beerdigungen spielt er hauptsächlich auf der grossen Orgel. «Unter der Woche begleite ich die Gottesdienste jedoch von der kleineren Chororgel aus. Dann bin ich näher beim Pfarrer und den Gläubigen», erzählt er. Es sei ein Privileg, zwei ausgezeichnete In-strumente zur Verfügung zu haben, schwärmt er. «An der Hauptorgel spiele ich lieber, weil ich dort ungestört bin. Ich darf mich nicht ablenken lassen.»

Er hat 335 Pflichteinsätze im Jahr

Seit zehn Jahren ist der Konstanzer in der Pfarrei angestellt. Mit einem 72-Prozentpensum. Er hat 335 verpflichtende Einsätze und rund fünf Konzerte pro Jahr. «Dort spiele ich Stücke, die nicht in einen Gottesdienst passen», erzählt Simanowski. Denn Kirchenmusik solle in die Tiefe führen und zum Denken anregen. Sie solle die Gläubigen unterstützen, aber nicht ablenken. «Ab und zu spiele ich aber auch mal etwas anderes wie ein Schwyzerörgeli-Stück, um die Leute zu überraschen», sagt er.

Für die diesjährige Konzertreihe hat Simanowski zwei international bekannte und herausragende Organisten eingeladen: Am Ostermontag, 2. April, spielt um 17 Uhr Andreas Jetter, der Domorganist von Chur. Am Sonntag, 18. November, ist Hans-Jürgen Kaiser zu Gast. «Er ist der Superstar unter den Organisten, einer der Besten», schwärmt Simanowski. «Ich habe mich kaum getraut, ihn anzufragen.» Die Zusage habe ihn wahnsinnig gefreut. Der Kirchenmusiker von St. Ulrich wird selber am Pfingstmontag, 21. Mai, im Konzert zu hören sein. Er wird dann Werke von Sigfrid Karg-Elert, Johann Sebastian Bach und Louis Vierne spielen. «Bach ist das höchste der Gefühle», schwärmt er. «Seine Stücke sind extrem anspruchsvoll.» Er sei sehr selbstkritisch und ärgere sich über Fehler. Seine grösste Kritikerin sei übrigens seine Frau. «Sie ist auch Organistin und hört einfach alles», sagt er und lacht. Am Bettag, 16. September, spielt er ein weiteres Konzert. Dann wird er die Sopranistin Adriane Kienzler unterstützen. «Die Konzerte haben in den letzten Jahren immer mehr Zuhörer angelockt», freut er sich. «Ich hoffe das bleibt so.» Der Eintritt sei jeweils frei, es gibt eine Kollekte. «Bei vielen kommt der anschliessende Apéro im Ulrichshaus sehr gut an. Dort kann man mit den Musikern fachsimpeln.»

Wer nun nicht so lange warten kann, den Kirchenmusiker an der Orgel zu hören, hat schon heute Abend, 21. März, die nächste Möglichkeit: Um 19 Uhr beginnt die Bussfeier, in der das Ensemble Arcus Coelestis und Simanowski mitwirken.

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