KREUZLINGEN: Gemütlicher Wochenendausklang im Mondschein

Die dritte Vollmondbar im Seemuseum war ein Erfolg: Über hundert Besucher sind am Sonntagabend trotz Regen gekommen und haben die selbstgemachten Häppchen und die besondere Musik genossen.

Desirée Müller
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Die Besucher hören Klezmehr zu. (Bild: Desirée Müller)

Die Besucher hören Klezmehr zu. (Bild: Desirée Müller)

Annemarie Bär holt eine weitere Ladung frischer Laugenbrezeln aus dem kleinen Backofen im Foyer des Seemuseums. Geschwind trägt sie das knusprige Gebäck nach draussen und richtet es schön auf dem Bartresen an. «Drinnen haben wir ein kleines Kuchenbuffet», erzählt die Mitinitiantin der Vollmondbar im Seemuseum. Im letzten Winter hatten die sechs Frauen, die das Kafi im Museum betreiben, die Idee, jeweils in der Vollmondnacht die schöne, hölzerne Eingangshalle des Museums zu öffnen und vor dem Haus eine Bar einzurichten. Die Idee entwickelte sich schnell und am Sonntag fand bereits die dritte und längst nicht letzte Durchführung statt. Bis im Oktober sei das Unterhaltungsprogramm bereits gebucht, erzählt Annemarie Bär. Dieses bietet von Jazz über A-cappella-Gesang bis zu traditioneller Musik aus Osteuropa ein breites Spektrum. So, wie sie am Sonntag vom Quartett Klezmehr gespielt wurde. «Je nachdem, welche Musiker auftreten, ist auch das Publikum unterschiedlich», fällt ihr auf. Sie findet es toll, dass jedes Mal wieder neue Gesichter den Weg ins Seemuseum finden.

Das Musikprogramm zieht viele Besucher an

Die Beweggründe der Besucher für einen Drink in der Vollmondbar sind ganz verschieden. Nicole Schwery zum Beispiel findet die Idee von «Musik im Museum» schön und besucht deshalb die Vollmondbar. Auch Doris Hepp-ler ist neugierig, wie das angepriesene Quartett wohl osteuropäische Musik interpretiert. «Ich finde, die vier Frauen spielen wirklich toll. Diese Art von Musik hört man selten», sagt die Kreuzlingerin. Der 28-jährige Pascal Luginbühl aus Baden war am Wochenende zu Besuch bei seiner Mutter in Ermatingen. Bei der Planung des Mami-Sohn-Programms entschieden sich die beiden für die Vollmondbar. Mutter Karin Gerber ist nach vielen Jahren zurück in den Thurgau gezogen und sieht den Anlass auch als Chance, frühere Bekannte oder auch neue Leute kennen zu lernen. «Ich möchte mich wieder mehr ins kulturelle Geschehen der Region miteinbringen. Daher ist die Vollmondbar der perfekte Anlass», sagt die Besucherin. «Mir wurde zudem vom Kuchenbuffet vorgeschwärmt», erzählt Pascal Luginbühl augenzwinkernd.

Meret Traber ist die jüngste Besucherin an diesem Abend. Die Primarschülerin sitzt von den fremden Tönen ganz fasziniert und mit glänzenden Augen auf einem Stuhl nahe den Musikerinnen. «Das ist meine Akkordeonlehrerin», erzählt das Mädchen flüsternd. Schon lange wollte sie ein Konzert ihrer Musiklehrerin besuchen und nun ergibt sich an der Vollmondbar die Gelegenheit. «Diese Art von Musik kannte ich noch nicht, würde sie aber gerne mal im Unterricht ausprobieren.»

Annemarie Bär gönnt sich eine kurze Pause und geniesst für einen Moment die Musik. «Bei der ersten Vollmondbar begrüssten wir etwa 170 Besucher. Auch heute sind es um die hundert. Wir sind sehr zufrieden und überlegen, ob wir die Bar auch im Winter öffnen sollen», verrät sie. «Im August werden wir uns entscheiden.»

Dann wird es plötzlich ruhig. Sonny Walterspiel betritt mit einem Buch unter dem Arm das Foyer und setzt sich auf einen Stuhl. Ein weiteres Mal liest sie eine Gute-Nacht-Geschichte an der Vollmondbar vor. Ob die Besucher nach der skurrilen Kurzgeschichte mit offenem Ende gut schlafen konnten, steht in den Sternen. Spass hatten sie aber auf jeden Fall.

Desirée Müller

kreuzlingen@thurgauerzeitung.

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