KREUZLINGEN: Gegner des Pfarrers reagieren empört

Der Konflikt in der Katholischen Pfarrei St. Ulrich spitzt sich zu. Nachdem sich letzte Woche eine Gruppe Frauen für Alois Jehle eingesetzt hatte, folgt die Antwort in drei Leserbriefen.

Urs Brüschweiler
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Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Der Streit in der Pfarrei schwelt schon jahrelang. In den letzten Wochen hat sich der Konflikt zwischen Unterstützern und Gegnern von Pfarradministrator Alois Jehle nun zusehends verschärft. Im Juli hatte die Kirchenvorsteherschaft mit dem neuen Präsidenten Beat Krähenmann Pater Jan Walentek zum Gesamtleiter der Kirche ernannt und Alois Jehle de facto degradiert. Die Gruppe «Frauen für Jehle» hatte sich bereits zuvor und nun letzte Woche erneut für ihren Pfarrer starkgemacht.

Alois Jehle soll bleiben

«Wir wollen, dass er die Leitung von St. Ulrich behalten darf», sagte Heidy Brenneis gegenüber unserer Zeitung. Ihre Anliegen untermauern die Frauen mit einer Petition von «über 700 Unterzeichnenden» und an den designierten Nachfolger in der Gemeindeleitung, Jan Walentek, richten sie kritische Fragen zu dessen Qualifikationen.

Die Zurückhaltung wird abgelegt

Die Reaktionen darauf liessen nicht lange auf sich warten. Drei Leserbriefe erreichten seither unsere Redaktion (siehe unten, teilweise in gekürzter Form). Und auch die «Dialoggruppe» meldete sich gestern wieder zu Wort. «Der Graben in der Pfarrei St. Ulrich wird immer breiter und tiefer», schreibt Xaver Dahinden im Namen der Jehle-Gegner. Die kritischen Fragen an Jan Walentek zielten bewusst auf die Person und schürten Misstrauen. Das sei ein «Griff in den Giftschrank». Man bezweifelt die Glaubwürdigkeit der Petition. Nur ein Bruchteil der Unterschriften sei von katholischen Kreuzlinger Stimmbürgern. Dahinden spricht von einem Drama, dass inzwischen zum Kriminalstück mutiere und einem fortschreitenden Chaos, in dem Alois Jehle wacker mitwirke.

Dass sich die beiden Lager derzeit so massiv bekämpfen, liegt wohl daran, dass ein Entscheid über die Zukunft Alois Jehles offenbar unmittelbar bevorsteht. Mutmasslich steht sein Abschied im Raum.

Eine Orientierung folgt am Freitag

Kirchenpräsident Beat Krähenmann kündigte letzte Woche an, dass Gespräche stattfinden und in den nächsten Wochen informiert werde. Mittlerweile hat die Behörde für kommenden Freitag eine Presseorientierung anberaumt, wobei das Thema vorab nicht bekannt ist. Der Mann im Zentrum des Sturms, Pfarradministrator Alois Jehle, bestätigt auf Anfrage, dass man im Gespräch sei. Er wolle aus diesem Grund derzeit zu den Vorwürfen öffentliche keine Stellung beziehen. Das sei nicht hilfreich. Und auch zu seiner persönlichen Situation wolle er keine Äusserungen machen, damit die Gespräche nicht beeinflusst würden.