KREUZLINGEN: Es gibt noch einige Baustellen

Stadtpräsident Andreas Netzle gab den Gewerblern einige Tipps mit auf den Weg: Sie sollen die Gewa und den Weihnachtsmarkt unbedingt am Leben halten und den Boulevard bespielen.

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Der Kreuzlinger Stadtpräsident Andreas Netzle spricht am Business Lunch von Gewerbe Kreuzlingen im «Fischerhaus». (Bild: Nicole D’Orazio)

Der Kreuzlinger Stadtpräsident Andreas Netzle spricht am Business Lunch von Gewerbe Kreuzlingen im «Fischerhaus». (Bild: Nicole D’Orazio)

Stadtpräsident Andreas Netzle verabschiedete sich gestern am letzten Business Lunch vor den Sommerferien bei den Mitgliedern von Gewerbe Kreuzlingen. Er blickte dabei auf seine Amtszeit, die am 31. Juli endet, zurück. «Mit mir gerechnet haben vier Neue im Stadtrat angefangen», sagt er. «Unser erstes grosses Wirtschaftsprojekt war der Boulevard.» Man habe die Hauptstrasse als gewerbefördernde Massnahme aufgewertet. «Von aussen haben wir dafür viel Lob erhalten. Ich bin sicher, dass man auch von innen noch sehen wird, dass es heute besser ist als vorher.» Er hoffe, dass auch das Verkehrsproblem bald gelöst werden könne. Gegen das ausgearbeitete Verkehrsregime sei noch eine Einsprache hängig.

Der Boulevard sei eine Bühne, die man bespielen müsse, findet er. «Nicht nur vom Gewerbe.» Es sei ein Schritt, die Leute ins Zentrum zu holen. Der zweite, auch etwas mit ihnen zu machen. «An der Verbindung zum am Boulevard ansässigen Gewerbe muss man arbeiten. Hier braucht es noch Initiative und Manpower.» Die Stadt helfe dabei. Es sei aber besser, das Gewerbe im Zentrum zu konzentrieren. «Da gehört auch die Löwenstrasse dazu. mit ihrem Fest zeigen die Gewerbler dort viel löbliche Eigeninitiative.»

Grenzgemeinden sprechen über «grüne Zettel»

Er kündigte an, dass sich die Schweizer Grenzstädte in den nächsten Wochen zusammen setzen, um sich über das Problem der Rückerstattung der deutschen Mehrwertsteuer für die Einkaufstouristen zu unterhalten. «Das Ziel ist, sich auf ein Modell zu einigen und damit nach Bern zu gehen.» Die heutige Lösung sei aus seiner Sicht die schlechteste für die Schweiz und deren Handel. Der Stadtpräsident rief die Gewerbler dazu auch, mehr Gebrauch des Gutscheinheftes für Neuzuzüger zu machen. «Pro Jahr haben wir 1500 Anmeldungen. Das Heft hat viel Potenzial, Kunden zu gewinnen.

Netzle hofft, dass der Weihnachtsmarkt Kreuzlingen erhalten bleibt. «In den letzten Jahren gab es verschiedene Konzepte mit unterschiedlichem Erfolg. Man hat gesehen, dass die Einwohner so einen Markt wollen.» Mit dem Boulevard habe man nun die passende Bühne. Auch die Gewa sei ein Erfolgsmodell. «Die diesjährige Ausgabe hat gezeigt: Die Leute lieben sie.» Es sei allerdings nicht mehr das Wichtigste, an der Messe beispielsweise einen Fernseher zu kaufen, sondern sich zu treffen und zu vernetzen. «Dieser Austausch ist für die Besucher wie auch fürs Gewerbe wichtig.»

Ein Problem für die Stadt seien die spärlichen Reserven von Gewerbe- und Industrieland. «Die Ansiedlung von neuen Firmen ist schwierig. Die Stadt versucht zudem, bei Expansionsplänen mit Parzellenverkäufen zu helfen.» Es war ein Glücksfall, die Tour de Suisse Rad AGin der Stadt zu halten. Diese wäre beinahe wie die Spiegel AG oder die Mowag nach Tägerwilen gezügelt.

Die Imhof AG zieht aufs Strabag-Areal

«Die Imhof AG wird aufs Strabag-Areal ziehen, und ins Gebiet Irsee wird eine Firma aus einer Nachbargemeinde kommen.» Es gehe um Arbeitsplätze. «Vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit sind wir stark. So können wir die Stagnation kompensieren.» Als eine Herausforderung für seinen Nachfolger bezeichnete Netzle das City Management, das aufgebaut werden muss. «Das Gewerbe soll dabei helfen. Man muss mitmachen und übers eigene Geschäft hinausgehen.»

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio@thurgauerzeitung.ch