KREUZLINGEN: «Er hat alle nötigen Kompetenzen»

Eine Gruppe zweifelt die Führungserfahrung von Jan Walentek, dem designierten Gesamtleiter der Seelsorge in der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, an. Präsident Beat Krähenmann äussert sich dazu.

Nicole D’orazio
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Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Die «Frauen für Jehle» setzen sich für dessen Verbleib als Seelsorger der katholischen Pfarrei St. Ulrich in Kreuzlingen ein (unsere Zeitung berichtete). Vom designierten Gesamtleiter der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, Pater Jan Walentek, wollen die Frauen mehr über dessen Führungserfahrung wissen. Nach einem Briefwechsel stellten sie die Fragen öffentlich, weil sie mit den Antworten nicht zufrieden waren.

Herr Krähemann, die «Frauen für Jehle» befürchten, dass Alois Jehle, dem Pfarradministrator von St. Ulrich, gekündigt wird. Stimmt das?

Wir sind mit Alois Jehle über seine Zukunft im Gespräch und werden voraussichtlich in den nächsten Wochen darüber informieren.

Die Frauen haben eine Petition für den Verbleib von Alois Jehle eingereicht. Ist das die einzige Reaktion, die Sie auf die Entscheidung, Jan Walentek als Gesamtleiter zu bestimmen, erhalten haben?

Nein, es gab mehrere. Sowohl frustrierte wie auch positive. Ich habe einige Gespräche geführt und unsere Beweggründe erklärt. Auch Mitarbeiter haben sich positiv geäussert. Sie können wieder besser zusammenarbeiten, nachdem der Entscheid gefallen ist.

Die «Frauen für Jehle» sagen, dass Sie einen bösen Brief von Ihnen als Reaktion auf die Petition erhalten haben. Ist das richtig?

Der angesprochene Brief hat sich auf einen bestimmten Anlass ­bezogen. Pater Walentek war im Juni eingeladen, in St. Ulrich einen Gottesdienst zu halten. Unmittelbar danach haben die Frauen vor der Kirche Unterschriften gesammelt. Der Pater war darüber verständlicherweise sehr frustriert. Ich habe in dem Brief in deutlichen Worten meine persönliche Meinung geschildert, dass ich das nicht in Ordnung fände. Man kann doch nicht einen Gottesdienst mit ihm feiern nd ihn danach so behandeln. In einem späteren Gespräch habe ich den Frauen erklärt, wie das Bistum und die Vorsteherschaft vorgegangen sind. Ich habe ihnen einen Termin mit Bischofsvikar Ruedi Heim vorgeschlagen. Ich war überrascht, dass sie davon keinen Gebrauch machten.

Die Frauen kritisieren, dass Pater Walentek ihnen keine Antworten auf die Fragen gegeben hat und dass er den zweiten Brief von der Vorsteherschaft beantworten liess. Wie sehen Sie die Sache?

Den ersten Brief hat Pater Walentek auf seine Weise beantwortet. Er ist nicht im Detail auf die Fragen eingegangen. Denn diese sprechen eine klare Sprache. Er teilte den Frauen mit, dass man ihn gut hätte kennen lernen können, wenn man das gewollt hätte. Den zweiten Brief hat er mir und dem Kirchenpfleger gezeigt. Wir rieten ihm, nicht nochmals zu antworten, weil das ein Hin und Her gegeben hätte.

Haben Sie an seiner Stelle geantwortet?

Ja. Wir haben den Frauen mitgeteilt, dass die Vorsteherschaft ­einen Informationsabend plant, bei dem auch die Anwesenheit des Bischofsvikars geplant ist. An diesem Abend soll Pater Walentek allen Kirchbürgern besser vorgestellt werden, bevor er seine neue Aufgabe angeht. Es können ihm dabei alle Anwesenden Fragen stellen. Die Vorsteherschaft wird zudem aufzeigen, dass das Bistum einen Bewerber beurteilt und seine Fähigkeiten und Erfahrungen genau prüft. Danach hat uns das Bistum Pater Walentek als möglichen neuen Gesamtleiter der Seelsorge vorgeschlagen.

Also gibt es keinen Grund, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln?

Die Kirchenvorsteherschaft ist überzeugt, mit Pater Jan Walentek eine Persönlichkeit zu beauftragen, die alle hierfür nötigen Kompetenzen mitbringt und eine hohe Akzeptanz finden wird.