KREUZLINGEN: Eine Lösung für mehrere Probleme

Die Stadt möchte am Hafenbahnhof ein Parkhaus bauen. Der Gemeinderat befindet am Donnerstag über den Planungskredit für den Architekturwettbewerb.

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Das Parkhaus soll auf dem brachen Areal beim Hafenbahnhof erstellt werden. Auch die Schrebergärten müssten weichen. (Bild: Reto Martin)

Das Parkhaus soll auf dem brachen Areal beim Hafenbahnhof erstellt werden. Auch die Schrebergärten müssten weichen. (Bild: Reto Martin)

Ein Parkhaus am Hafenbahnhof soll Entlastung bieten. Und zwar in mehreren Punkten: «Ziel ist, dass es gebaut ist, bevor der Spatenstich für das Stadthaus erfolgt», sagt Bau-Stadtrat Ernst Zülle. So könnten die Parkplätze auf dem Bärenplatz kompensiert werden. Zudem sollen die 60 Einstellplätze für die Pädagogische Hochschule (PH), welche in der Tiefgarage des Stadthauses vorgesehen sind, ins neue Parkhaus verlegt werden. «Die PH wäre damit einverstanden, da diese Variante für sie auch günstiger wäre.» Denn tagsüber stünden die Parkplätze der PH zur Verfügung, nachts würden dort die städtischen Busse und auch Postautos abgestellt werden. Dies wiederum bedeutet, dass die Stadt die Fahrzeuge nicht mehr fremdplatzieren müsste. Dank der Doppelnutzung wird das Busdepot quersubventioniert.

«Der Standort zwischen dem Hafenbahnhof und der städtischen Holzschnitzelheizung ist ideal», sagt Zülle. Nicht nur sei man schnell im Zentrum, im Seeburgpark oder Klein Venedig, sondern per kurzer Zugfahrt auch schnell in der Konstanzer Altstadt. Die Parzelle hat die Stadt den SBB 2015 abgekauft.

Eine spätere Aufstockung muss möglich sein

Der Gemeinderat befindet in seiner Sitzung nächste Woche über den Planungskredit von 400000 Franken für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Eine Machbarkeitsstudie, die als Grundlage dient, ist vorhanden. Aus städtebaulicher Sicht soll das Parkhaus nicht höher als elf Meter werden und sich so der Umgebung anpassen. Vorgesehen sind drei Parkebenen und insgesamt 160 bis 180 Felder für Personenwagen. «Eine spätere Aufstockung um zwei Ebenen sollte dabei möglichst einfach zu realisieren sein, sofern es nötig wäre», erklärt Zülle. Zudem soll im Gebäude auch eine Velostation Platz finden. «Eine gescheite und sichere Anlage.»

Die Architekten müssen sich zudem Gedanken über eine optimale Erschliessung über die Hafenstrasse und das Bewirtschaftungssystem machen. Die Baukosten werden für die erste Etappe auf rund 8 bis 9 Millionen Franken geschätzt.

Der Zeitplan ist sportlich. Stimmt der Gemeinderat dem Planungskredit zu, erfolgt die Ausschreibung im November. Der Architekturwettbewerb wird von Januar bis April 2018 durchgeführt, im Mai das Siegerprojekt ausgewählt. In einem Jahr würde der Gemeinderat und im November das Stimmvolk abstimmen. Von April bis Juni 2019 würde der Bau erfolgen. «Das ist möglich», ist Zülle überzeugt.

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch