Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KREUZLINGEN: Ein unbekannter Weltstar

Das Theater Konstanz spielt im neuen Kulturzentrum Kult-X. Dieser Ort passt. Denn der Originalschauplatz einer besonderen Geschichte liegt ganz nahe: im ehemaligen Sanatorium Bellevue.
Urs Brüschweiler
Ausstatterin Elena Bulochnikova, Regisseur Oliver Vorwerk und Autor Gerd Zahner erklären die Spielstätte des Stücks. (Bild: Reto Martin)

Ausstatterin Elena Bulochnikova, Regisseur Oliver Vorwerk und Autor Gerd Zahner erklären die Spielstätte des Stücks. (Bild: Reto Martin)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

«Ich schreibe Stücke über Orte.» Der Konstanzer Autor Gerd Zahner hatte bei diesem Satz eigentlich das Bellevue im Kopf und nicht das Schiesser-Areal, wo aktuell das Kulturzentrum Kult-X spriesst und gedeihen soll. Doch hier im alten Fabrikgebäude fand er gemeinsam mit dem Theater Konstanz den passenden Ort, um eine Geschichte zu erzählen. Die bewegende Geschichte von Aby Warburg, der von 1921 bis 1924 Patient bei Psychiater Ludwig Binswanger in Kreuzligen war. In dessen renommiertem Sanatorium Bellevue wollte Gerd Zahner sein Stück ursprünglich aufgeführt wissen. Doch gebe es an dessen Stelle heute leider nicht mehr viel, was an diesen «Mittelpunkt des 20. Jahrhunderts» erinnere. Dass die Schweizer den Grossteil des Klinikums mit Weltruhm abgerissen haben, macht Zahner einigermassen fassungslos. «Das glaubt dir niemand.» Sein Stück soll Kreuzlingen mitunter auch daran erinnern, was es mit dem Bellevue verloren hat. Einen «Menschenschatz» nennt das der Autor und erinnert an die vielen Prominenten – «die Reichen, die kaputtgegangen sind» –, die hier therapiert worden sind.

Er ahnt die Brutalität des kommenden Regimes

Einer von ihnen war eben dieser Aby Warburg. «Ein Weltstar, aber man kennt ihn nicht», sagt Gerd Zahner. «Eine Figur von grosser Bedeutung», beschreibt ihn auch Regisseur Oliver Vorwerk. Warburg war ein deutscher Kulturwissenschaftler und gilt als Vater der modernen Ikonologie. Der jüdische Bankierssohn wurde jedoch von den Schrecken des 1. Weltkriegs traumatisiert. In psychotischer Verzweiflung sah er die Brutalität des kommenden Nazi-Regimes und ihre schrecklichen Taten voraus. «Das wirkte damals völlig absurd», sagt der Autor. Schizophren lautete die Diagnose, mit welcher er 1921 ins Sanatorium eingeliefert wurde. Was ist Wahn, was ist Wirklichkeit? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Gespräche des Patienten (gespielt von Julian Härtner) mit seinem Psychiater Ludwig Binswanger (Georg Melich) und der Pflegerin (Anny De Silva).

Hinweis

«Aby Warburg. Gespräche mit einem Nachtfalter», Premiere 21. März (ausverkauft) im Kult-X, weitere Termine: 25./31. März; 5./6./12./13./27. und 28. April,

Tickets: www.theaterkonstanz.de

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.