KREUZLINGEN: Ein Ort zum Spielen und Sein

In der «Arche» sind alle willkommen. Zwischen 40 und 90 Kinder besuchen täglich das Projekt, das nur von Spenden lebt. In dessen Finanzen klafft ein Loch.

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In der «Arche» in Kreuzlingen basteln die Kinder und Jugendlichen miteinander. (Bild: Reto Martin)

In der «Arche» in Kreuzlingen basteln die Kinder und Jugendlichen miteinander. (Bild: Reto Martin)

Auf dem Spielplatz geht es hoch zu und her, drinnen wird an diesem Mittwochnachmittag vor allem gebastelt. «Die Arche» an der Romanshornerstrasse 29 in Kreuzlingen bietet Kindern und Jugendlichen zwischen 4 und 17 Jahren jeden Nachmittag einen betreuten Rahmen an, um sich auszutoben und mit anderen zusammen zu sein. Die Mitarbeiter helfen auch bei den Hausaufgaben oder bei den Bewerbungen für Schnupper- und Lehrstellen. Es gibt zudem einen Mittagstisch. Eine Mahlzeit kostet sieben Franken. «Unser Angebot wird ständig grösser, damit steigen auch unsere Kosten», sagt Leiter Mathias Wegmüller. Seit sechs Jahren besteht das Kinderprojekt. Mittlerweile sind es sieben Angestellte, fünf Pädagogen und zwei Praktikanten sowie Freiwillige, die sich um die Kinder kümmern.

Der Hauptanteil kommt von Privatpersonen

«Die Arche» finanziert sich zu 100 Prozent aus Spenden. Dieses Jahr habe man ein Budget von 345000 Franken, sagt Wegmüller. «Es fehlen noch rund 80000 Franken. Wir hoffen sehr, dass die Leute noch an uns denken.» Man würde auch immer mehr Firmen angehen und um einen Beitrag bitten. «Deren Beiträge machen gut 10 Prozent aus. Der grösste Anteil kommt von Privaten. Dafür sind wir dankbar.»

Zwischen 40 und 90 Kinder besuchen täglich «Die Arche». Diese stammen aus allen Schichten und aus der ganzen Stadt, wobei die meisten aus dem Gebiet zwischen den Schulhäusern Seetal und Schreiber kommen. Viele haben einen Migrationshintergrund, nicht alle sprechen gut deutsch. Man würde auf Kinder aus einkommensschwachen Familien fokussieren, doch es dürften alle herkommen. «Unser Angebot ist gratis», sagt Wegmüller. «Wir gehen daher aktiv auf die Eltern zu und bitten sie, einen Betrag zu spenden.» Man versuche zudem, Familien zu stärken, und suche das Gespräch wo nötig.

Die Kinder nutzen das Angebot gerne. Alle klatschen Wegmüller ab, wenn sie kommen und gehen. Fjolla kommt seit einigen Jahren fast täglich her. «Vor allem, weil mir jemand mit den Hausaufgaben hilft», sagt sie. Darüber ist auch Anila froh. «Ich mag es auch zu basteln und treffe hier meine Freunde.»

 

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Weitere Informationen:

www.die-arche.ch