KREUZLINGEN: Ein Bauplan für Kurzrickenbach

Eine Fachjury hat aus vier Beiträgen des Studienauftrags zum Dorfkern im Quartier im Kreuzlinger Osten einen Sieger bestimmt. Der Chogenbach soll offen entlang der Bleichestrasse fliessen, und einige Überbauungen sind in Planung.

Urs Brüschweiler
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So könnte der Dorfplatz in Kurzrickenbach einst aussehen, wenn die Pläne des Büros Ryf Scherrer Ruckstuhl Architekten umgesetzt werden. (Bild: pd)

So könnte der Dorfplatz in Kurzrickenbach einst aussehen, wenn die Pläne des Büros Ryf Scherrer Ruckstuhl Architekten umgesetzt werden. (Bild: pd)

KREUZLINGEN. «Es ist eine feinfühlige Lösung. Die vorhandene Identität des Quartiers wird weitergeführt», beschreibt Ueli Laedrach das Siegerprojekt. Der Berner Architekt ist Mitglied der Kreuzlinger Stadtbildkommission und hatte den Vorsitz in der Jury, welche die Beiträge zum Studienauftrag über den Dorfkern Kurzrickenbach bewertete. Von den vier Büros, welche die Stadt Kreuzlingen zur Teilnahme eingeladen hatte, kam beim Bewertungsgremium jenes von Ryf Scherrer Ruckstuhl Architekten aus Kreuzlingen am besten an. «Der Entscheid war unisono», sagt Laedrach. Gestern wurde das Projekt vorgestellt.

Chogenbach wird geöffnet

Der Studienauftrag verlangte die Gestaltung eines sehr grossen Gebietes, welches das Zentrum des Quartiers Kurzrickenbach umfasst sowie die künftigen Baugebiete Rütiwiese beim Seeparkkreisel und am Besmer-Hang. Von zentraler Bedeutung war jedoch die Gestaltung des historischen Ortskerns. Der Chogenbach soll entlang der Bleichestrasse führen, und zwar offen. Gemäss dem Siegerprojekt soll das Bächlein zuvor auch noch ein Stück vor der ehemaligen Post entlang der Romanshornerstrasse verlaufen. Dies sei aber gemäss Jury nicht praktikabel. Hier wird der Plan noch überarbeitet werden müssen. Das Haus an der Bleichestrasse 4 muss zugunsten eines sogenannten Generationenhauses weichen. Auch hier gibt es bei den Plänen jedoch noch Vorbehalte. Die kantonale Denkmalpflege spricht in ihrem Bericht von einem zweigeschossigen Bau mit Satteldach. In den Plänen des Studienauftrags sind jedoch drei Etagen und ein Flachdach vorgesehen. Abgebrochen und durch eine Überbauung ersetzt würden auch einzelne alte Gebäude im Bereich der Romanshornerstrasse 81 bis 85.

Konstruktives Klima

Für die Gesamtschau über einen ganzen Stadtteil seien die Bedürfnisse aller Grundeigentümer vorgängig erfasst worden. Einige waren dann als Sachpreisrichter in der Jury vertreten, alle anderen waren als Mitglieder ohne Stimmrecht beteiligt. «Die Eigentümer sind begeistert», sagte Ueli Laedrach etwa über die Besitzer der betroffenen Parzellen, auf welchen das Generationenhaus entstehen soll. «Auf jeden Fall sind alle zufrieden, und es ist eine gute Basis, um zügig weiterzugehen.» Das Klima mit den Grundeigentümern ist gut, sagt auch der zuständige Stadtrat Ernst Zülle, der selber im Quartier wohnt. «Es herrscht eine grosse Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit.»

Blick auf Kurzrickenbach vom Besmer: Stadtrat Ernst Zülle, Katja Bissegger, Sachbearbeiterin Stadtplanung bei der Kreuzlinger Bauverwaltung, und Ueli Laedrach von der Stadtbildkommission. (Bild: Donato Caspari)

Blick auf Kurzrickenbach vom Besmer: Stadtrat Ernst Zülle, Katja Bissegger, Sachbearbeiterin Stadtplanung bei der Kreuzlinger Bauverwaltung, und Ueli Laedrach von der Stadtbildkommission. (Bild: Donato Caspari)