KREUZLINGEN: Die Tür kommt wieder ins Spiel

Die Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum geht ins zweite Halbjahr und bringt für die Verantwortlichen nochmals drei ganz spezielle Anlässe.

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Gunnar Brendler und Thomas Leuch zeigen einen Nachbau der Wittenberger Kirchentür. Sie wird auch am Gottesdienst vom 1. Oktober in der Stadtkirche eine Rolle spielen. (Bild: Kurt Peter)

Gunnar Brendler und Thomas Leuch zeigen einen Nachbau der Wittenberger Kirchentür. Sie wird auch am Gottesdienst vom 1. Oktober in der Stadtkirche eine Rolle spielen. (Bild: Kurt Peter)

Pfarrer Gunnar Brendler und Thomas Leuch, Präsident der evangelischen Kirchgemeinde, sprachen anlässlich einer Medienkonferenz von einem «breiten Programm, das anlässlich des Reformationsjubiläums gestaltet wurde und das in der Öffentlichkeit auch gut ankam». Vorausschauend hebt Brendler drei ganz spezielle Anlässe hervor. Am 21. September hält der Historiker Ulrich Büttner ein Referat über den Einfluss der aus Konstanz vertriebenen evangelischen Bürger. Diese prägten ab 1548 den Aufbau der evangelischen Kirchgemeinden in Kreuzlingen ganz wesentlich mit.

Erstmals ökumenisch feiern

Am Samstag, 30. September, ­findet im evangelischen Kirch­gemeindehaus ein Seminar mit dem bekannten Theologen Klaus Douglass statt. «Das ist der Auftakt zu seinem neuen Reformationskurs», erklärt Gunnar Brendler. «Expedition zur Freiheit – in 40 Tagen durch die Reformation» heisst der Kurs. Am 4. Oktober findet der erste Abend statt, dies in Zusammenarbeit mit «Kirchen für Kreuzlingen». Thomas Leuch hebt diese besonders hervor: «Es ist bemerkenswert, dass wir das Reformationsjubi­läum auch ökumenisch feiern können, dass neben der evangelischen und den Freikirchen auch die katholische Kirchgemeinde mit im Boot sitzt.» Dies wird auch im Gottesdienst vom 1. Oktober der Fall sein. 500 Jahre, nachdem Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt hat, wird Klaus Douglass als Gastprediger den Gottesdienst mitgestalten.

Am 17. November findet die letzte Veranstaltung der Reihe statt: Sie steht unter dem Motto «500 Jahre Reformation – was gibt es da zu feiern?». An der Diskussion werden sich Bischofs­vikar Ruedi Heim und Wilfried Bührer, Präsident des Kirchen­rates der Evangelischen Kirche Thurgau, beteiligen.

Dabei soll auch eine kritische Sicht auf die Geschehnisse und die Auswirkungen der Reformation ge­worfen werden. Die Moderation übernehmen Meret Engel und Gunnar Brendler. «Der Mensch ist ein spirituelles Wesen, ob er in die Kirche geht oder nicht», erklärt Gunnar Brendler. Gottes Wort sei zeitlos und hole die Menschen in ihren Situationen ab. Aber, das macht der Pfarrer auch klar: «Reformation ist auch jetzt, wir merken die Umbrüche, spüren den Mitgliederverlust.» Herausforderungen machten es nötig, weiter an ­Reformen zu arbeiten, bestätigt auch Thomas Leuch. Die Probleme müssten angesprochen werden, eine Diskussion sei nötig. Und gerade dazu seien auch die Veranstaltungen des Jubiläumsjahres da. (kp)