KREUZLINGEN: Die Swisscom will auch aufs Dach

Zwei Mobilfunkbetreiber haben bereits ihre Antennen auf dem höchsten Haus der Stadt. Jetzt will der dritte ebenfalls hoch hinaus. Bei Strahlungskritiker Stefan Zbornik gingen bereits einige Anfragen von Anwohnern ein.

Urs Brüschweiler
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Es befinden sich bereits einige Mobilfunkmasten auf dem Hochhaus. (Bild: Urs Brüschweiler)

Es befinden sich bereits einige Mobilfunkmasten auf dem Hochhaus. (Bild: Urs Brüschweiler)

KREUZLINGEN. Es ist ein Baugesuch, das Aufmerksamkeit erregt. Die Swisscom möchte auf dem Hochhaus Freiegg eine Mobilfunkanlage errichten. Die beiden anderen grossen Mobilfunkbetreiber im Lande, Sunrise und Salt, haben hier in knapp 60 Metern Höhe bereits seit längerem ihre Antennen stationiert.

Auch das Grenzwachtkorps betreibt auf dem Dach schon einen Funkmast. 3G- und moderne 4G-Verbindungen will die Swisscom von hier aus betreiben, schreibt Mediensprecherin Annina Merk und ergänzt: «Wenn immer möglich, arbeiten wir mit den anderen Anbietern zusammen.»

Eine der stärksten Anlagen

Wie dem Prüfungsbericht des kantonalen Amtes für Umwelt, der dem Baugesuch beiliegt, zu entnehmen ist, werde sich die Gesamtsendeleistung des Standorts auf 11 960 Watt erhöhen. «Es dürfte sich um eine der leistungsstärksten Mobilfunkanlagen in Kreuzlingen handeln», erklärt Stefan Zbornik vom Verein «strahlungsfreies Kreuzlingen» auf Anfrage. «Funktechnisch sei dieser Standort natürlich optimal.» Von hier könne das ganze Stadtgebiet, die umliegenden Gemeinden und auch grosse Teile von Konstanz versorgt werden. Letzteres ergänzt er mit dem Stichwort «Roamingschlacht.» Zbornik hat betreffend dieses Baugesuchs von einigen Anwohnern bereits besorgte Anrufe erhalten. Doch sei es noch recht ruhig, was er auf die Ferienzeit zurückführt. Ob es bei dieser geplanten Anlage auch wieder zu Sammeleinsprachen komme, vermöge er derzeit nicht zu beurteilen.

Ein zusätzlicher Standort

Die Swisscom hat derzeit noch zwei weitere auf dem Rechtsweg befindliche Baugesuche für Mobilfunkanlagen in relativer Nähe hängig. Vor zweieinhalb Jahren stellte der Mobilfunkanbieter ein Baugesuch für eine Sendeanlage auf dem Einkaufszentrum Ceha. Im Moment befindet sich dieses mit einem Sammelrekurs zur Beurteilung beim Departement für Bau und Umwelt in Frauenfeld. Der Rechtsstreit um die Antenne an der Romanshornerstrasse 1, vis-à-vis des «Blauen Hauses», ist beim kantonalen Verwaltungsgericht ausstehend.

«Die Swisscom baut das Netz laufend aus, um überall eine gute Versorgung bieten zu können», erklärt Annina Merk. Bedingt durch die strengen Grenzwerte in der Schweiz, würden häufig mehrere Standorte benötigt. «Es werden alle drei Standorte benötigt, um eine gute Mobilfunkversorgung mit ausreichender Kapazität zu schaffen.»

Annina Merk Mediensprecherin Swisscom (Bild: pd)

Annina Merk Mediensprecherin Swisscom (Bild: pd)

Stefan Zbornik Vereinspräsident Strahlungsfreies Kreuzlingen (Archivbild: Nicole D'Orazio)

Stefan Zbornik Vereinspräsident Strahlungsfreies Kreuzlingen (Archivbild: Nicole D'Orazio)

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