KREUZLINGEN: Die Stadt feiert ihr Neuland am See

Am Samstag begeisterte die «Lange Nacht der Bodenseegärten» die Besucher. Mit Musik, Tanz und einer Ausstellung erinnerte die Stadt an die Aufschüttungen, die den Seeburgpark ermöglicht haben.

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Die Tänzerinnen der Ballettschule Kreuzlingen zeigen eine klassische Ballett-Choreografie mit Rosen in der Kornschütte. (Bild: Reto Martin)

Die Tänzerinnen der Ballettschule Kreuzlingen zeigen eine klassische Ballett-Choreografie mit Rosen in der Kornschütte. (Bild: Reto Martin)

Gerne hätten die 30 Tänzerinnen der Ballettschule Kreuzlingen ihre Darbietung barfuss auf der Wiese im Seeburgpark gezeigt. Wegen des Regens wurde der Auftritt jedoch ins Trockene verlegt. Moderator und TZ-Redaktor Mario Testa lotste die Besucher über die Lautsprecheranlage an verschiedene Schauplätze. Tänzerische Interpretationen waren in der Kornschütte im Seemuseum zu bewundern, die Auftritte der Kreuzlinger Percussionsgruppe Drums2Streets draussen auf der kleinen Bühne im Park, und das Aliev Bleh Orkestar spielte bis spät am Abend im Nieselregen für den harten Kern der Besucher vor dem Festwirtschaft-Container des Vereins Kultling.

Das Neuland im Seeburgpark, das zu einer Vergrösserung der Parkfläche um 23 Hektaren und einer neuen Seeuferlinie führte, entstand ab Mitte des 20. Jahrhunderts. «Neuland» war dann auch das Thema des Kreuzlinger Beitrags zur «Langen Nacht der Bodenseegärten» vom Samstag und der Titel der Ausstellung, die im Seemuseum und im östlichen Bereich des Seeburgpark noch bis zum 30. September zu betrachten ist.

Die Schicksale der historischen Häuser

Georg Strasser vom Seemuseum führte sachkundig durch den Park. Dort sind sieben Infotafeln zu Gebäuden ausgestellt, die an der Hauptstrasse abgebrochen wurden. Etwa die ehemalige Schweizerische Volksbank, an deren Stelle heute die Raiffeisenbank ihren Sitz hat. Am Rundgang sind zahlreiche Interessierte dabei. Sie erzählen von früher. So auch Elvira Livers. Das ehemalige Café Livers an der Hauptstrasse 45 war einst Treffpunkt für Kreuzlinger Persönlichkeiten. Das Gebäude wurde 1978 abgebrochen. Auch von der Traditionsmetzgerei Gross ist die Rede. Zu Gunsten der EPA musste das Gebäude 1971 weichen.

Zwischen dem heutigen Yacht- und dem Kursschifffahrtshafen wurde mit dem Bauschutt Neuland gewonnen, das später rekultiviert und zum Park aufgewertet wurde. In den 1950er-Jahren sei das Bewusstsein für Müll und Wasserqualität noch anders gewesen, sagte die anwesende Interimsstadtpräsidentin Dorena Raggenbass. Fast alles wurde bedenkenlos in den See gekippt.

Das Seeburgareal ist inzwischen ein beliebtes Freizeit- und Naturparadies geworden. Die Stadt Kreuzlingen bespielte die Plätze an diesem Anlass dann auch mit dem schönen und passenden Kulturprogramm.

Manuela Olgiati

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

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