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KREUZLINGEN: Die Natur kann sich ausbreiten

Das Ufer im Seezelg mit dem Sandstrand und den umgestürzten Bäumen ist ein Bijou. Landbesitzer Fabian Munz möchte es sanft renaturieren, wenn nebenan das Reka-Dorf gebaut wird.
Nicole D’orazio
Geniessen die besondere Atmosphäre am Ufer im Seezelg: Landschaftsökologe Fredy Leutert und Landbesitzer Fabian Munz. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Geniessen die besondere Atmosphäre am Ufer im Seezelg: Landschaftsökologe Fredy Leutert und Landbesitzer Fabian Munz. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Das idyllische Seeufer im Seezelg zwischen Kreuzlingen und Bottighofen ist kein Geheimtipp mehr. Die verwunschene Atmosphäre mit den vielen umgeknickten und ins Wasser ra- genden Bäumen sowie dem Sandstrand geniessen viele Spaziergänger, Hundebesitzer und Leute in Feierlaune. Mehrere Feuerstellen zeugen davon. «Zum Glück wird meistens aufgeräumt, so dass wir kein Problem mit Littering haben», sagt Fabian Munz, Verwaltungsrat der Unteren Mühle Bottighofen AG, der das Land gehört.

«Dieser Uferabschnitt ist ein Bijou», schwärmt Landschaftsökologe Fredy Leutert. «Es handelt sich um eine wertvolle Flachwasserzone und ein sehr schönes Auenwäldchen.» Das solle so bleiben, betont Munz.

Auf dem Acker nebenan soll das Reka-Dorf gebaut werden (unsere Zeitung berichtete). Bei der öffentlichen Vorstellung des Projektes hiess es, dass das Ufer renaturiert und auch den Reka-Gästen der Zugang ermöglicht werden soll. Letzteres stiess bei einigen Anwesenden auf Unverständnis. Der Druck auf den See werde immer grösser und es sei doch eine wichtige Zone für Vögel, lautete die Kritik. Um Gerüchten vorzubeugen, wollen Munz und Leutert aufklären, wie ihre Pläne aussehen. «Eine gewisse Skepsis der Öffentlichkeit ist gut. Wir werden seriös arbeiten», sagt Munz.

Der Weg wird verlegt, der See darf das Gebiet erobern

«Die Natur soll mehr Raum als heute erhalten», sagt Leutert, der das Landschafts- und Freiraumprojekt für das Reka-Dorf im Auftrag des Landbesitzers ausgearbeitet hat. Der Seeweg soll um 15 bis 20 Meter ins Landesinnere verlegt werden. «Der See darf das Ufer auf natürliche Art und Weise erodieren und das Ufergehölz darf sich landwärts ausbreiten. Das heisst, das Wasser kann den Boden langsam abtragen. Das Ufer wird dann rund 20 Meter breiter.» Das Gehölz wird wie bisher vom Förster gepflegt. «Wir entfernen einzig eine rund 30 Meter lange Betonwalze im östlichen Bereich sowie die Betonblöcke, die einst zur Ufersicherung eingepflanzt wurden», betont der Landschaftsökologe. Für die Natur sei das eine grosse Verbesserung.

Das Ufer werde für die Öffentlichkeit weiterhin zugänglich sein, sagt Munz. Der heutige Zugang im Westen bleibe bestehen, auch die vielen kleinen Trampelpfade, welche über die Jahre entstanden sind. «Der Zugang wird einfach von einem öffentlichen Aufenthaltsbereich des Reka-Dorfs im heutigen Ackerland ergänzt.» Die Liegewiese werde aber eher klein sein, etwa 20 mal 20 Meter. In Gebäudenähe wird das Thema Wasser inszeniert. Im Anschluss ans Ufer entsteht anstatt des Ackerlandes eine grosszügige Blumenwiese. «Rundherum ist eine naturnahe Begrünung mit grossen heimischen Bäumen vorgesehen», erklärt Leutert.

Das Ufer soll sich selbstständig entwickeln

Die Ideen seien nur ein Grobkonzept, sagt Fabian Munz. «Die Entscheidung liegt diesbezüglich ganz beim Kanton.» Grundsätzlich gehe es der Landbesitzerin und Investorin darum, dass sich das Ufer zukünftig selbstständig entwickeln kann, ohne künstliche Verbauungen. «Schlussendlich soll etwas Positives für die Natur im Seezelg erreicht werden.»

Bei der Planung des Reka-Dorfs, das rund 25 Millionen Franken kosten soll, ist man an der Grobplanung. Das Baugesuch soll 2019 eingereicht werden. Mit einem Baustart wird 2020 gerechnet.

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