KREUZLINGEN: Die Nähe macht’s effizienter

Die Stadt hatte sich vor dem Wegzug der Firma Spiegel deren Areal an der Nationalstrasse gesichert. Nun ziehen dort die Technischen Betriebe ein. Das Geschäft benötigt aber noch die Zustimmung des Volks.

Urs Brüschweiler
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Das ehemalige Betriebsgelände der Firma Spiegel an der Nationalstrasse. Das Verwaltungsgebäude vorne wird abgebrochen. (Bild: Andrea Stalder)

Das ehemalige Betriebsgelände der Firma Spiegel an der Nationalstrasse. Das Verwaltungsgebäude vorne wird abgebrochen. (Bild: Andrea Stalder)

«Wir wollten eigentlich nicht unbedingt eine Volksabstimmung dazu machen. Aber gemäss Gemeindeordnung ist es zwingend», sagt Stadtrat Thomas Beringer. Es geht um das Gelände der Gebrüder Spiegel AG an der Nationalstrasse 28. Nachdem das Unternehmen für Blechbearbeitung 2014 seinen Wegzug in einen Neubau in Tägerwilen bekannt gab, hatte die Stadt Kreuzlingen das Firmenareal für 3,4 Millionen Franken erworben. Schon damals war klar, dass es von den Technischen Betrieben genutzt werden soll. Diese befinden sich gleich auf der anderen Seite der Strasse und haben Bedarf nach mehr Lagerraum. Die Abläufe würden durch die Nähe effizienter und Wege verkürzt, erhoffen sich die TBK. Derzeit mieten sie nämlich für 96000 Franken pro Jahr eine Lagerhalle an der Seetalstrasse 41a. Doch dieser Vertrag läuft per 1. März aus. Der Umzug des Materials, zum Beispiel schwere Kabelrollen des Elektrizitätswerks, läuft bereits.

Der Kauf muss bewilligt werden
Der Kauf der Liegenschaft erfolgte damals über das Landkreditkonto. Gemäss des entsprechenden städtischen Reglements kann der Stadtrat in Eigenkompetenz für bis zu 15 Millionen Franken Grundstücke kaufen, wenn es dem öffentlichen Interesse dient. «Da es sich um ein Bieterverfahren handelte, hätte der normale Bewilligungsweg mit Zustimmung von Gemeinderat und Volk schlicht zu lange gedauert», erklärt Beringer. Doch das Reglement sieht auch vor, dass wenn eine Liegenschaft aus dem Landkreditkonto für Zwecke der Stadt verwendet wird, diese durch Beschluss der zuständigen Behörde buchhalterisch vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen überführt werden muss. Und bei einer Grössenordnung von 3,4 Millionen ist dazu neben jener des Gemeinderates auch die Zustimmung der Stimmbürger nötig. Der Gemeinderat wird nun nächsten Donnerstag das Geschäft behandeln, die Volksabstimmung ist für den 21. Mai vorgesehen. Das Stadtparlament befindet zusätzlich noch über einen Kredit von 200000 Franken für erste Umbaumassnahmen auf dem Spiegel-Areal. Das alte Bürogebäude werde abgerissen, das Gelände umzäunt und die Lagerinfrastruktur auf die Bedürfnisse der Technischen Betriebe angepasst.

Eine Gesamtprojektierung folgt im Anschluss
Für das bisherige und das neue Gelände der TBK beginne man im Anschluss dann bereits mit der Projektierung für eine gesamtheitliche und grössere Sanierung und Erneuerung, da die heutigen Betriebs- und Verwaltungsgebäude an der Nationalstrasse in die Jahre gekommen sind und den Bedarf nur noch notdürftig decken. 2,3 Millionen Franken haben die TBK dafür in den letzten Jahren bereits zurückgestellt. Möglich sei dabei auch, dass ein Teil des heutigen Geländes verkauft werde.