KREUZLINGEN: «Die Halle ist für uns ideal»

Die Diskussion rund um die Bodensee-Arena wird auch in Leutschenbach verfolgt. Unterhaltungschef Christoph Gebel erklärt, was das SRF vorhat und wieso der Entscheid aus der Stadt so dringend ist.

Annina Flaig
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SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel hätte gerne ein Fernsehstudio in Kreuzlingen. (Bild: PD)

SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel hätte gerne ein Fernsehstudio in Kreuzlingen. (Bild: PD)

Annina Flaig

annina.flaig@thurgauerzeitung.ch

Christoph Gebel, haben Sie mitbekommen, welche Diskussionen die Anfrage von SRF in Kreuzlingen unter den Eissportlern und im Gemeinderat ausgelöst hat?

Ja, wir verfolgen die Diskussion in den Medien. Und ich kann den Kreuzlingern versichern, dass SRF auf der Suche nach einer Partnerschaft mit einer Location ist, die einvernehmlich ist und alle zufriedenstellt. Wir wollen auf keinen Fall, dass aus unserer Präsenz für jemanden ein Nachteil entsteht. Deshalb prüfen wir auch verschiedene Lösungen.

Welche Alternative zur ­Bodensee-Arena gibt es denn für das SRF?

Dazu kann ich keine Angaben machen. Derzeit sind verschiedene Abklärungen am Laufen.

Wieso braucht das SRF überhaupt eine neue Bleibe?

Weil im ersten Halbjahr 2019 in Zürich das grösste Studio abgerissen wird. Darin werden Sendungen wie «Happy Day» produziert. Im Rahmen der Standortentwicklung Leutschenbach prüfen wir deshalb derzeit diverse geeignete Standorte. Ziel ist die Produktion aller Samstagabendsendungen an einem Ort.

Ist es nicht denkbar, dass weiterhin nur vereinzelte Sendungen in Kreuzlingen produziert werden?

Für SRF ist es wichtig, dass alle grösseren Produktionen an einem einzigen Standort zusammengefasst werden, da ansonsten die Kosten massiv steigen.

Was ist für das SRF so toll an der Bodensee-Arena?

SRF produziert seit 2008 diverse Shows in der Bodensee-Arena und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Halle hat die ideale Grösse für unsere Produktionen: Sie fasst genügend Zuschauer und bietet eine optimale Infrastruktur.

Wann hat SRF die Verantwortlichen der Bodensee-Arena eigentlich erstmals mit der Anfrage kontaktiert?

Wir sind im Dezember auf den Verwaltungsrat zugegangen und haben ihm die Situation unterbreitet.

Hat Ihnen der Verwaltungsrat bereits ein positives Signal gegeben?

Bisher gab es weder Verhandlungen im Detail noch einen Vertragsentwurf. Die Bodensee-Arena ist daran, mit den Behörden die Möglichkeiten auszuloten, damit wir in konkrete Verhandlungen einsteigen könnten.

Bisher heisst es, dass das SRF für die Miete jährlich deutlich über eine halbe Million Franken zahlen will. Stimmt das?

Auch hierzu haben noch keine Verhandlungen stattgefunden.

Mal angenommen, der Vertrag kommt nicht zustande. Wird sich SRF ganz aus der Bodensee-Arena zurückziehen?

Wichtig für uns ist und bleibt: Wir suchen einen einzigen Standort für alle unsere grösseren Produktionen.

Letzte Woche wurde im Gemeinderat diskutiert, dem SRF die Halle allenfalls ab ­Oktober anstatt ab September anzubieten. Wäre das für Sie ein denkbarer Weg, um allen gerecht zu werden?

Dazu möchte ich mich nicht äussern. Wie gesagt gab es bisher weder Verhandlungen im Detail noch einen Vertragsentwurf.

Beim SRF hat man es offenbar pressant. Wieso setzen Sie die Behörden in Kreuzlingen zeitlich derart unter Druck?

Wir brauchen zwei Jahre zur Vorbereitung, damit ab Sommer 2019 der Betrieb aufgenommen werden kann. Deswegen müssen wir uns im Verlauf des zweiten Quartals 2017 entscheiden.

Das Interview wurde schriftlich geführt.