KREUZLINGEN: Die Gesamtsicht ist wichtig

Das Gebiet Seezelg wird sich verändern. Bevor jedoch die Projekte wie Reka-Dorf oder Tennishalle weiter geplant werden können, muss der Gestaltungsplan angepasst werden. Dieser ist auf gutem Weg.

Nicole D’orazio
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Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Der Gestaltungsplan Seezelg ist derzeit immer wieder Thema, nicht nur wegen des geplanten Reka-Dorfes. Letzten Donnerstag hat der Gemeinderat dem Baurechtsvertrag für eine neue Tennishalle neben dem Freibad Hörnli und dem Centro Italiano zugestimmt. Bevor diese gebaut werden kann, müssen die Investoren jedoch die Genehmigung des neuen Gestaltungsplans abwarten. Denn der aktuelle stammt aus dem Jahr 2000 und wird derzeit überarbeitet.

«An allen hochsensiblen und wichtigen Orten haben wir eine Gestaltungsplanpflicht», erklärt Ernst Zülle, Stadtrat Departement Bau. Einen Gestaltungsplan benötige man dann, wenn man die Regelbauweise verlassen wolle, um mehr Ausnützung zu erzielen. Man verlange damit entweder ein Wettbewerbsverfahren oder zumindest die Beurteilung des Projekts durch die Stadtbildkommission. «Damit können wir eine hohe Qualität der Projekte und Bauten gewährleisten. Zudem helfen der Wettbewerb oder die Beurteilung bei der Genehmigung durch den Kanton. Denn dieser muss jeden Gestaltungsplan absegnen.»

Die meisten freien Flächen sind verplant

Im Seezelg sind einige Projekte am Laufen oder angedacht: Neben dem Reka-Dorf und der Tennishalle sind das die neuen Parkplätze rund ums Freibad Hörnli, die neue Strassenführung, die Verlegung des Trainingsplatzes des Kynologischen Vereins, die Freiraumgestaltung sowie die Platzierung von vier Fussballplätzen. Alles wird im neuen Gestaltungsplan festgehalten. «Es wird alles fixiert, denn man will ein Gebiet in seiner Gesamtheit zeigen», sagt Zülle. Die Zonenzuteilung selber muss nicht angepasst werden, da sie bereits im Jahr 2000 der Erholungs- und Freizeitzone zugeordnet wurde. In dieser sind nur Bauten und Anlagen zulässig, die einem grösseren Personenkreis zu diesem Zwecke dienen und öffentlich zugänglich sind.

«Die Gestaltung des Seeuferbereichs ist uns zum Beispiel ganz wichtig», sagt der Stadtrat. «Das Ufer muss möglichst naturgerecht und naturgetreu bleiben.» Landschaftsökologe Fredy Leutert habe das Landschafts- und Freiraumprojekt für das Reka-Dorf im Auftrag des Landbesitzers ausgearbeitet.

Fussballplätze sollen möglich bleiben

Die Fussballer müssen nicht befürchten, bald zügeln zu müssen. «Wir nehmen die Plätze in den Gestaltungsplan rein, damit frühestens in zehn Jahren eine Umsiedlung von Klein Venedig ins Seezelg noch möglich ist», erläutert Zülle. Geplant sind vier Plätze, einer mit Tribüne. Weil dem so ist, könne man den Trainingsplatz des Kynologischen Vereins für eine bestimmte Zeit auf diese Fläche verschieben. Denn dort, wo die Hündeler heute sind, kommt die Tennishalle hin.

Mit der Überarbeitung des Gestaltungsplans ist man auf der Bauverwaltung schon recht weit. Zülle hofft, dass der Entwurf Anfang nächsten Jahres an den Kanton zur Vorprüfung eingereicht werden kann. «Ende 2018, Anfang 2019 rechnen wir mit dem Genehmigungsverfahren.» Bei einem Gestaltungsplan sei es so, dass ihn der Stadtrat erlasse und der Kanton bewillige. «Für die Bevölkerung besteht allerdings immer die Möglichkeit, das Referendum zu ergreifen.»

Angefangen wird bald mit der Verbreiterung und Sanierung der Brücke sowie der Umgestaltung des Parkplatzes beim «Hörnli». Denn diese sind bereits im aktuellen Plan vorgesehen. «Die Wiese bleibt erhalten, die Wege werden allerdings geteert, und es gibt Bäume zur Beschattung», beschreibt Zülle. So müsse künftig geordnet parkiert werden. «Der Platz wird bewusst nicht geteert, weil so zu einem späteren Zeitpunkt eine Erweiterung des Campingplatzes möglich wäre.» Genau deswegen sei es wichtig, vorausschauend zu planen.