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KREUZLINGEN: Die Garage ist voll

Im September ist das Projekt Tiertafel gestartet. Zu den ersten drei Ausgaben sind ein Dutzend bedürftige Tierhalter gekommen, um Futter oder Zubehör für ihre Vierbeiner abzuholen.
Martina Eggenberger Lenz
Tiertafel-Präsidentin Monika Müller und Vorstandsmitglied Max Bolliger diskutieren in der Ausgabestelle über Hundefutter. (Bild: Reto Martin)

Tiertafel-Präsidentin Monika Müller und Vorstandsmitglied Max Bolliger diskutieren in der Ausgabestelle über Hundefutter. (Bild: Reto Martin)

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger @thurgauerzeitung.ch

Dosen mit Hundefutter stehen in Reih und Glied neben Packungen von Trockenfutter für Katzen. Es gibt Leckerli für Vierbeiner jeglicher Art ebenso wie Einstreu und Utensilien für Nager. Die umfunktionierte Garage, die Ausgabestelle der Tiertafel Kreuzlingen an der Bahnhofstrasse, ist rappelvoll. Jeden ersten Freitag im Monat dürfen bedürftige Tierhalter hier Sachen für ihre Lieblinge abholen.

Im September wurde die Einweihung des Sozialprojekts gefeiert. Dreimal hatte die Tiertafel seither geöffnet. «Beim ersten Mal sind sechs Leute gekommen, mittlerweile sind wir bei zwölf», sagt Monika Müller, die Initiantin und Präsidentin der Tiertafel. Sie wertet das als Erfolg. Es sei klar, dass solche Projekte nicht von heute auf morgen gross würden.

Nur wer einen Nachweis liefert, profitiert

Die Menschen, die vom Angebot der Tiertafel Gebrauch machen, sind entweder in der Sozialhilfe oder Menschen, die Ergänzungsleistungen beziehen. Wer profitieren will, muss einen entsprechenden Nachweis bringen, zum Beispiel den Stempel des Sozialamtes oder die Bestätigung für den Erhalt von Ergänzungsleistungen. Nur dann gibt es die Berechtigungskarte des Vereins. Die Laufzeit beträgt zwischen sechs und neun Monaten, dann wird erneut überprüft. Monika Müller betont aber, dass jeder Interessierte zu einem Erstgespräch kommen und sich informieren soll. Bei der Kontrolle der Bedürftigkeit gehe es vor allem darum, dass die Tiertafel die Geschäfte nicht konkurrenzieren wolle. Ausserdem seien viele Sachspenden mit der Auflage verknüpft, dass sie für einen guten Zweck sind. Monika Müller war erstaunt, wie schnell sich einige Spender von sich aus gemeldet haben. Sie hat zwei grössere Anbieter mit im Boot, die regelmässig Futter und andere Artikel zur Verfügung stellen. Es handelt sich dabei um einwandfreie Waren. Die ersten Nutzer der Tiertafel kommen aus der Region Kreuzlingen. «Zwei Frauen sind aus Amriswil angereist», erzählt die Präsidentin. Man wolle den Kreis nicht eingrenzen. Jeder entscheide selbst, ob es ihm die Anfahrt wert ist. Was Monika Müller besonders freut, ist, dass einige der «Kunden» sich bereit erklärt haben, ihrerseits beim Projekt mitzuhelfen. Sie bekämen eine Aufgabe und würden Verantwortung übernehmen, was sicher positiv sei.

Für viele sozial schwache Personen sei das Tier enorm wichtig, gar der Lebensinhalt. «Es hört sich jetzt vielleicht kitschig an, aber jeder Mensch braucht Liebe. Wenn jemand einsam ist, kann ein Tier ihm diese Liebe geben», ist die Kreuzlinger Tierfreundin überzeugt. Ihr Vorstandskollege Max Bolliger ergänzt, dass es Bezüger gebe, die mit psychischen Problemen zu kämpfen hätten. «Durch das Tier, etwa einen Hund, haben sie einen Grund, morgens aufzustehen. Ein Tier verzeiht dem Menschen auch mal eine depressive Phase.» Komme hinzu, dass man durch Tiere auch gut mit anderen Leuten ins Gespräch komme. Wenn sie mit ihrer Dackeldame spazieren gehe, gebe es immer einen Schwatz mit anderen Hundehaltern, sagt Monika Müller.

Auf das Soziale legt das Team der Tiertafel generell viel Wert. Eine familiäre Atmosphäre sei ganz wichtig. «Wir wollen die Menschen und Tiere, die zu uns kommen, wirklich kennen.» Wert legt die Tiertafel auch auf die Vernetzung mit anderen sozialen und Tierschutz-Institutionen vor Ort. Man wolle Hand in Hand arbeiten und gegebenenfalls Hilfe vermitteln.

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