KREUZLINGEN: «Die freche kleine Schwester»

Die Stadt legt ihren ersten Kulturbericht vor. Die umfangreiche Analyse soll nun die Basis bilden für ein städtisches Kulturkonzept, ebenso wie für das lang ersehnte Kulturzentrum im Schiesser-Areal.

Urs Brüschweiler
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Berichtsautor Kurt Schmid, Stadträtin Dorena Raggenbass und Margret Meier-Ammann vom Kulturdachverband präsentieren im «Z88» den Kreuzlinger Kulturbericht. (Bild: Andrea Stalder)

Berichtsautor Kurt Schmid, Stadträtin Dorena Raggenbass und Margret Meier-Ammann vom Kulturdachverband präsentieren im «Z88» den Kreuzlinger Kulturbericht. (Bild: Andrea Stalder)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Es hat ein wenig gedauert, bis das Werk jetzt vorliegt. 2012 nahm alles seinen Anfang mit der Gründung von vier Arbeitsgruppen, welche die Themen Museen, Kulturangebote, Kommunikation und Kulturzentrum analysierten und bearbeiteten. Aus den Ergebnissen entstanden mittlerweile konkrete Umsetzungen, wie etwa das im Herbst vom Volk bewilligte Museumskonzept. Aber die Dokumentationen dienten auch als Basis für einen umfassenden städtischen Kulturbericht, den ersten für Kreuzlingen. «Es ist mehr als eine Zusammenfassung. Der Bericht zeigt auch eine grundsätzliche Haltung zur Kultur und wie es weitergehen soll», sagt Stadträtin Dorena Raggenbass. Der Bericht sei vom Stadtrat verabschiedet und der gemeinderätlichen Kommission für Kultur und Sport vorgestellt worden. Jetzt wird er veröffentlicht.

Die Kreuzlinger Kultur hat ein Imageproblem

Verfasst hat das Werk Kurt Schmid. Der Kreuzlinger war Dozent an der PHTG, hat bei der Thurgauer Kulturstiftung und der Kunstgesellschaft mitgewirkt. Er hat das Kreuzlinger Kulturleben eingehend analysiert. Ein Imageproblem hat er dabei ausgemacht. Trotz eines vielfältigen und guten Angebots fehle das Spezielle, was man mit Kreuzlingen verbinde. «Es gibt kein einheitliches kulturelles Klima. Es fehlt ein Profil, eine Identität.» Die Stadt könnte sich etwa als «die freche kleine Schwester» von Konstanz positionieren. Ein Slogan, der von Künstler Markus Brenner einmal vorgeschlagen wurde. Schmid erwartet, dass aufgrund der wachsenden Stadt und der vielen Neuzugezogenen auch die Kultur urbaner werden müsse. Von einer reinen Förderung von Freiwilligenarbeit hin zur Kultur, welche die Stadt selbst gezielt als eine ihrer Gestaltungsaufgaben wahrnimmt. «Die Kultur ist in Kreuzlingen noch nicht genug als weicher Standortfaktor erkannt worden.»

Mehr Ausgaben für mehr Kultur

Der Verfasser attestiert im Bericht zudem, dass dafür die bisherigen finanziellen Beiträge nicht genügten. «Die Aufgaben der Stadt werden grösser werden», sagt auch Stadträtin Dorena Raggenbass.

Download des Kulturberichts

www.kreuzlingen.ch