KREUZLINGEN: Die Detailplanung dauert ein Jahr

Anfang 2017 wird die Baukommission für das Stadthaus-Projekt zusammengestellt. Der Stadtrat will zudem bald entscheiden, ob er die Aufträge direkt vergibt oder ein Generalunternehmen beauftragt.

Nicole D'orazio
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Andreas Netzle Stadtpräsident (Bild: Andrea Stalder)

Andreas Netzle Stadtpräsident (Bild: Andrea Stalder)

Die erste Aufregung über die positive Abstimmung über das Stadthaus-Projekt mit Tiefgarage und Neugestaltung der Festwiese hat sich gelegt. Nun geht es an die Detailplanung. «Das ist ein hartes Stück Arbeit», wie Stadtpräsident Andreas Netzle sagt. «Das dauert sicher ein Jahr.» In einer baldigen Sitzung werde man den Zeitplan für das 47,5-Millionen-Projekt besprechen. Anfang des neuen Jahres möchte man die Baukommission zusammenstellen. «In dieser werden viele Spezialisten sitzen. Die Kommission spielt eine wichtig Rolle und wird viele Entscheidungen fällen, wobei der Stadtrat am Schluss bestimmt.»

Der Stadtrat muss sich bald entscheiden, ob er die Planung an ein Generalunternehmen (GU) übergibt oder ob die Stadt die Aufträge direkt vergeben soll. «Bei einem GU müssen wir im Vorfeld alle Details definieren. Wir müssen detailliert festlegen, was wir genau wollen und was der Preis dafür ist», erklärt Netzle. Der GU würde dann auch das Risiko tragen. «Und das Kostendach ist fix. Dieses wird nicht überschritten.» Wenn die Stadt die Aufträge direkt vergibt, muss sie die Ausschreibung der verschiedenen Auftragslose selber machen.

Lokale werden berücksichtigt, wo es geht

Netzle sagt, dass man lokale Unternehmen berücksichtigen werde, soweit das im Rahmen des Erlaubten möglich sei. «Wir sind bei den Vergaben ans Submissionsrecht gebunden. Aber wir werden den Spielraum ausnutzen, wo es geht.» Denn bei den Vergaben gehe es differenziert nach Kriterien. Es gelte nicht nur der tiefste Preis einer Offerte, sondern zum Beispiel auch die arbeitsrechtlichen Bedingungen oder auch ob der Betrieb einen Lehrling ausbilde, erklärt der Stadtpräsident. «Die Kriterien werden verschieden gewichtet.» Nicht vergessen dürfe man zudem, dass die lokalen Gewerbler nicht nur beim Bau, sondern dann auch beim Betrieb und Unterhalt des Stadthauses zum Zug kommen werden.

Die 52 leeren und 73 ungültigen Wahlzettel bei der Stadthaus-Abstimmung schätzt Netzle nicht als speziell hoch ein. «Ungültige gibt es immer. Hier liegt kein aussergewöhnlicher Befund vor.» Beim Budget 2017 sind zum Vergleich 102 leere und 63 ungültige Stimmzettel eingegangen, beim Museumskonzept 50 leere und 64 ungültige. Eine offizielle Beschwerde gegen die Auszählung und das knappe Ergebnis sei bisher nicht eingegangen. «Wir würden dem gelassen entgegen- schauen.» Man habe sorgfältig aus- und nachgezählt.

Sicher, dass das Projekt überzeugen wird

«Es müssen nun alle das Resultat setzen lassen. Den Gegnern, die gegen den Standort, die Reserven oder die Anzahl Parkplätze waren, kann man inhaltlich nicht entgegenkommen», meint Netzle. Man könne nun auch keine Änderungen am Projekt mehr vornehmen. «Es wird so gebaut, wie es in der Botschaft steht. Und das Kostendach ist fix.» Er sei jedoch sicher, dass das Projekt toll werde und die Kreuzlinger überzeuge, wenn es dann in gut drei Jahren dastehe und bezogen werden könne.