Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KREUZLINGEN: Der Verein ist ein Geschenk für die Stadt

Die Gesellschaft für Musik und Literatur Kreuzlingen feierte ihren 100. Geburtstag. Zuerst gab es einen Festakt mit geladenen Gästen. Anschliessend konzertierten die Südwestdeutsche Philharmonie und die Violonistin Soyoung Yoon.
Der Campus Kammerchor von PMS und PH stimmt die Gäste musikalisch auf den Festakt der GML ein. (Bild: Andrea Stalder)

Der Campus Kammerchor von PMS und PH stimmt die Gäste musikalisch auf den Festakt der GML ein. (Bild: Andrea Stalder)

Der Campus Kammerchor der PMS und PH stimmte die Gäste mit Schweizer Liedgut auf den Festakt der Gesellschaft für Musik und Literatur Kreuzlingen (GML) ein. Regierungsrätin Monika Knill entrichtete Grussworte. Das Jubiläum von 100 Jahren müsse man sich auf der Zunge zergehen lassen. 1917 wurde die GML gegründet und durch Hoch- und Tieflagen geführt. Damals war die Gründung willkommen, entsprach einem Bedürfnis an exklusiven Veranstaltungen. Heute, da alles digital jederzeit abrufbar sei, gewinne sie eine neue Bedeutung, unterstütze geradezu einen analogen Gegentrend. Mit der Weltsprache der Musik könne man von Seele zu Seele sprechen. Mit Dankesworten und Glückwünschen für das zweite Jahrhundert schloss Knill ihre Rede.

Dann sprach Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass. Die GML sei ein Geschenk für die Stadt. Eine Plattform für altbekannten und junge Künstler. Gerade in schwierigen Zeiten bedürfe es der Kultur. Gerne steckte sie Präsident Jörg Engeli als Anerkennung den kommunalen Verdienstorden von Kreuzlingen ans Revers.

Blühender Kulturverein über die Grenze hinweg

Zuletzt hielt Engeli Rückschau. Zwischen 1917 und 1918, dem letzten Jahr des Ersten Weltkrieges, war die Grenze nach Kon-stanz zu. Der Hunger nach Kultur war gross. Zunächst standen Kunst, Wissenschaft und Literatur im Fokus. Die Musik kam hinzu. Dank tatkräftiger Gründer wurde die GML ein blühender Kulturverein, der zwischen den Weltkriegen grenzüberschreitende Wirksamkeit zeitigte. Unter Edwin Witzig etwa wurden grosse Solisten eingeladen. Engeli hob eine Aufführung eines Bartók Streichquartetts hervor, die ihn 1958 für die Mitgliedschaft gewann. Persönlichkeiten wie Bruno Zahne und Alfred Meierhans retteten über prekäre Zeiten. Es sei eine schöne Aufgabe, den Leuten etwas Ausgleichendes anzubieten. Ausdrücklich bedankte sich Engeli für die Unterstützung seiner Frau Ursula. Er erinnerte an die Beziehung zwischen Wort und Musik. Als Ausdruck der Emotion sei Musik wichtiger. Wie es Nietsche sagte: «Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.»

Hans-Jürgen Becker

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.